„Hymne auf das Leben“

Gisèle Pelicots Memoiren erscheinen nächstes Jahr

Ausland
20.03.2025 12:39
Porträt von krone.at
Von krone.at

Gisèle Pelicot hat in den letzten Jahren Unvorstellbares durchlebt. Zigfach wurde sie von ihrem Mann und Fremden vergewaltigt, über Monate lang stand sie vor Gericht ihren Peinigern gegenüber. In ihren Memoiren „Eine Hymne auf das Leben“ ergreift sie nun selbst das Wort.

„Mit diesem Buch hoffe ich, eine Botschaft der Stärke und des Mutes an alle zu senden, die schwierige Prüfungen durchleben“, zitierte der Verlag Pelicot. „Mögen sie niemals Scham empfinden. Und mögen sie mit der Zeit lernen, das Leben wieder zu genießen und Frieden zu finden.“ Pelicot wolle ihre Geschichte nun mit ihren eigenen Worten erzählen.

Sie selbst wurde in den letzten zehn Jahren von ihrem damaligen Mann Dominique immer wieder mit Medikamenten betäubt, missbraucht und Dutzenden Fremden zur Vergewaltigung angeboten.

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Mögen sie niemals Scham empfinden. Und mögen sie mit der Zeit lernen, das Leben wieder zu genießen und Frieden zu finden.

Gisèle Pelicot

Verfahren öffentlich geführt
Gisèle Pelicot, die davon ausgeht, etwa 200 Mal vergewaltigt worden zu sein, wurde durch ihr entschiedenes Auftreten in dem Prozess in Frankreich zur feministischen Ikone. Sie hatte entschieden, das Verfahren nicht hinter verschlossenen Türen führen zu wollen, um anderen Missbrauchsopfern Mut zu machen.

„Opfer sollen sich nicht schämen“
Sie wolle, dass Missbrauchsopfer keine Schande verspürten. „Nicht wir sollten uns schämen“, hatte Pelicot vor Gericht gesagt, „sondern sie“, sagte sie und meinte damit die Täter.

Insgesamt 51 Männer vor Gericht
Ein Gericht verurteilte ihren Ex-Gatten im Dezember wegen schwerer Vergewaltigung zu 20 Jahren Haft (siehe Video oben). Neben ihm standen 50 weitere Männer vor Gericht, zumeist ebenfalls wegen schwerer Vergewaltigung. Das Gericht verhängte für die Strafen zwischen drei und 15 Jahren Haft. Einige der Männer gingen in Berufung. Ihre Fälle sollen im Herbst neu aufgerollt werden.

Die furchtlos scheinende Gisèle Pelicot, die davon ausgeht, etwa 200 Mal vergewaltigt worden zu ...
Die furchtlos scheinende Gisèle Pelicot, die davon ausgeht, etwa 200 Mal vergewaltigt worden zu sein, wurde durch ihr entschiedenes Auftreten in dem Prozess in Frankreich zur feministischen Ikone.(Bild: AFP/CHRISTOPHE SIMON)

Ende Jänner 2026 sollen ihre Memoiren „Eine Hymne auf das Leben“ beim Piper Verlag auf Deutsch erscheinen – zeitgleich mit der französischen Originalversion. Insgesamt sollen weitere internationale 19 Versionen des Buches erscheinen. 

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