Neue Gräueltat
Indien: Fotografin bei Shooting vergewaltigt
Zu der Attacke kam es am Donnerstag während eines Fotoshootings in einer stillgelegten Baumwollspinnerei. Zwei Täter schlugen den Begleiter und fesselten ihn mit einem Gürtel, während drei Männer die junge Frau nacheinander vergewaltigten. Nach Angaben der Ärzte ist der Zustand der Frau inzwischen stabil. "Sie erlitt innere Verletzungen und Blutungen, unsere Ärzte tun alles, was sie können", sagte ein Sprecher des Jaslok Hospitals in Mumbai.
Mithilfe der Angaben der jungen Frau und ihres Kollegen veröffentlichte die Polizei noch am Vormittag Phantombilder (siehe Bilder). Die Verdächtigen konnten bereits identifiziert werden, sie sind nach Polizeiangaben alle zwischen 20 und 30 Jahre alt und leben in der Nähe des Tatorts. Einer der mutmaßlichen Täter konnte auch schon gefasst werden.
Erinnerungen an Gruppenvergewaltigung in Bus
Viele Inder erinnert der Fall an eine abscheuliche Tat im Dezember 2012 in Neu-Delhi, das in Indien als "Vergewaltigungshauptstadt" bekannt ist. Damals war eine 23 Jahre alte Studentin in einem Bus entführt, vergewaltigt und mit einer Eisenstange gefoltert worden. Zwei Wochen später starb die junge Frau an ihren inneren Verletzungen.
Das Verbrechen hatte landesweit Proteste ausgelöst. Der Zorn der Demonstranten richtete sich auch gegen Regierung und Polizei, denen vorgeworfen wurde, zu wenig zum Schutz von Frauen zu unternehmen. Daraufhin wurden die Gesetze verschärft und die Polizei sensibilisiert. Mittlerweile werden deutlich mehr sexuelle Verbrechen angezeigt.
"Wir müssen sicherstellen, dass solche Vorfälle nie wieder passieren", sagte Prithviraj Chavan, Regierungschef des Bundesstaates Maharashtra. Dass dies gelingen kann, daran zweifelten aber nicht nur die Reporter der Nachrichtensender, die am Freitag kein anderes Thema kannten. "Wir sind nur Zuschauer bei den ganzen Verbrechen gegen Frauen", sagte etwa Oppositionspolitikerin Smriti Irani.
Lauter Aufschrei in der indischen Gesellschaft
Die jüngste bestialische Tat führte wieder zu einem lauten Aufschrei in der indischen Gesellschaft. Erneut protestierten Menschen auf den Straßen, wie schon nach der Vergewaltigung im Dezember und zahlreichen weiteren Fällen. "Ich fühle mich wirklich unsicher, wenn ich auf die Straße gehe", sagte eine junge Frau dem Nachrichtensender NDTV. Im Parlament in Neu Delhi warfen die Abgeordneten am Freitag die Tagesordnung über den Haufen und diskutierten einmal mehr über die Sicherheit von Frauen im Land.
Die Attacke gegen die Fotografin passierte ausgerechnet in jener Stadt, die in Indien als besonders sicher für Frauen gilt. Die Metropole ist nicht nur bekannt für seine Finanzwelt, sondern auch für die Filmwelt Bollywoods. "Als ich von London nach Mumbai zog, habe ich mich damit gebrüstet zu sagen, dass ich in einer der sichersten Städte der Welt lebe", schrieb etwa Schauspielerin Sophie Choudry auf Twitter. "Jetzt lachen sie über mich."
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