Teheran bestätigt
Urananreicherung: Iran besitzt 18.000 Zentrifugen
10.000 der Zentrifugen zur Anreicherung von Uran seien im Einsatz, erklärte der scheidende Chef der iranischen Atombehörde, Ferejdun Abbaisi Dawani, bei der Amtsübergabe an seinen Nachfolger, den früheren Außenminister Salehi. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEO hatte im Mai die gleichen Zahlen genannt - was aus Teheran aber erst jetzt bestätigt wurde.
1.000 Zentrifugen für beschleunigte Urananreicherung
Ende Juli habe der Iran laut eigenen Angaben über 17.000 Zentrifugen der ersten Generation verfügt, von denen 10.000 aktiv seien und 7.000 weitere betriebsbereit, so Dawani. Hinzu kämen rund 1.000 weitere der zweiten Generation für eine deutlich beschleunigte Urananreicherung, die gleichfalls installiert und bereit zum Einsatz seien.
Für eine Atombombe müsste Uran auf 90 Prozent angereichert werden. Die iranische Regierung gibt an, sie reichere Uran lediglich auf fünf bis 20 Prozent an, um es für zivile Zwecke wie die Energiegewinnung und medizinische Anwendungen einzusetzen. Die internationale Gemeinschaft verdächtigt Teheran allerdings, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung nach der Herstellung von Atomwaffen zu streben.
Neo-Präsident Rohani signalisiert Gesprächbereitschaft
Rohani hatte nach seinem Amtsantritt zwar auch seine "ernsthafte Gesprächsbereitschaft" bekräftigt, zugleich aber klar gemacht, dass er die Urananreicherung als legitimen Schritt seiner Regierung zur friedlichen Nutzung der Atomenergie verteidigen will. Der Präsident und sein neuer Atomchef planen demnach eine bessere und transparentere Zusammenarbeit mit der IAEO. Neben neuen technischen Verhandlungen mit der Wiener Behörde, sollen im September auch die politischen Gespräche mit den fünf Vetomächten und Deutschland wieder aufgenommen werden.
Ashton fordert Wiederaufnahme der Atomgespräche
EU-Chefdiplomatin Catherine Ashton rief den Iran am Samstag zur raschen Wiederaufnahme der Atomverhandlungen auf. Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland stünden bereit, sagte Ashton nach Angaben ihres Sprechers in einem Telefonat mit dem neuen iranischen Außenminister Mohammed Jawad Zarif. Die EU-Außenbeauftragte leitet die sogenannten P5+1-Gespräche mit Teheran. Das letzte Treffen in großer Runde war im April im kasachischen Almaty ohne Ergebnisse geblieben. Der Iran weigerte sich vor allem, auf die Hauptforderung der Verhandlungspartner nach einer Aussetzung der Urananreicherung einzugehen.
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