Der gebürtige Münchner Markus Poschner, seit 2017 Chefdirigent des Bruckner Orchesters Linz (BOL), verlängert seinen bis 2027 laufenden Vertrag nicht, wir haben darüber berichtet. Die Suche nach einem Nachfolger läuft auf Hochtouren. Nun gibt es eine erste engere Auswahl unter zahlreichen Bewerbungen – das „Probedirigieren“ startet.
Das Bruckner Orchester Linz sucht einen neuen Chefdirigenten oder eine Chefdirigentin. Mit Jahreswechsel endete die Bewerbungsfrist, 140 Kandidatinnen und Kandidaten haben sich für den prestigeträchtigen Posten beworben, wir berichteten damals.
Die Bewerbungen werden vertraulich behandelt, nun gibt man offiziell erste Details preis: Konkret waren es 13 Damen und 127 Herren, die sich für die Chefdirigentenstelle des Bruckner Orchesters Linz beworben haben.
29 Bewerberinnen bzw. Bewerber kommen aus Österreich, 93 aus Europa, 18 aus Übersee. „Das große Interesse – rund 80 Prozent sind international – zeigt, wie attraktiv das BOL auch über die Grenzen Österreichs hinaus ist“, zeigt sich der oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer erfreut.
„80% der Bewerbungen sind international – unter den Interessenten sind Spitzendirigentinnen und -dirigenten.“
gibt Landeshauptmann Thomas Stelzer preis
Anforderungen selbst für Spitzenkräfte hoch
Das Profil der Stelle sieht nicht nur große Expertise im Konzertbereich vor, sondern auch im Bereich Musiktheater. TOG-Geschäftsführer Thomas Königstorfer meint: „Es stimmt uns positiv, dass die Kandidatinnen auch hohe Kompetenz für Opernproduktionen des Musiktheaters versprechen. Viele können wertvolle Erfahrungen an großen und internationalen Opernhäusern einbringen.“
Kennenlernen durch Gastdirigate
Eine aus internen und externen Experten bestehende Findungskommission hat nun, beraten durch die Personalberatung Trescon, eine erste Auswahl getroffen. Die Kommission wird nun mit sieben Bewerberinnen und Bewerbern vertieft in Austausch gehen und es werden Möglichkeiten für ein wechselseitiges Kennenlernen mit dem Orchester angeboten. Das soll bis Ende Juni passiert sein.
Die finale Entscheidung wird nach darauffolgenden Hearings gefällt und voraussichtlich im Herbst 2025 dem Eigentümer vorgeschlagen.
Wohin geht Markus Poschner?
Wie bereits berichtet, übernimmt Markus Poschner mit Beginn der Spielzeit 2027/28 das Utah Symphony in Salt Lake City. Bereits mit Beginn der Spielzeit 2026/27 übernimmt er zudem den Posten des Chefdirigenten des renommierten ORF Radio-Symphonieorchesters Wien.
Hier sieht er auch den Auftrag, das RSO, das in den letzten Wochen immer wieder infrage gestellt worden ist, zu „retten“, er sagt: „Ich bin dem RSO ja seit Jahren verbunden und möchte jetzt alles in meiner Macht Stehende tun, um die Sicherheit und das Bekenntnis sämtlicher Verantwortlicher der Politik ein für alle Mal zu bekommen. Das ist wichtig – für das Land und für die Kulturszene.“
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