Tierschützer verärgert

EU lockert Regeln für Abschuss von Europas Wölfen

Österreich
07.03.2025 18:32
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die EU-Kommission will ihren Mitgliedstaaten ein schärferes Vorgehen gegen Wölfe ermöglichen. Wölfe sollen nach dem Willen der Brüsseler Behörde lediglich „strengem“ und nicht mehr „sehr strengem“ Schutz unterliegen – und schafft dadurch neuen Handlungsspielraum.

Damit können die EU-Länder den Abschuss der Tiere erleichtern, müssen es aber nicht. Das EU-Parlament sowie die Mitgliedstaaten müssen dem Vorschlag für die entsprechende Gesetzesänderung noch zustimmen.

„Die Dichte von Wolfsrudeln in einigen europäischen Regionen ist zu einer echten Gefahr geworden, insbesondere für Nutztiere“, sagte Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen laut Mitteilung. Um dem aktiver zu begegnen, hätten lokale Behörden lange nach mehr Befugnissen gefragt. Dem komme die Kommission nun nach.

Tierschützer reagieren verärgert
Die Naturschutzorganisation WWF Österreich kritisierte die angekündigte Abschwächung als kontraproduktiv und gefährlich. „Das ist der völlig falsche Weg und könnte letztlich zu einer Aushöhlung des Naturschutzes in der EU führen – mit dramatischen Folgen für gefährdete Arten und Lebensräume“, sagte WWF-Experte Christian Pichler.

(Bild: AFP/JORGE GUERRERO)

Denn es sei nun zu erwarten, dass auch der strenge Schutzstatus weiterer gefährdeter Arten und wertvoller Naturgebiete infrage gestellt werden könnte. Für den WWF gebe es aus wissenschaftlicher Sicht dafür keine Grundlage.

WWF fordert mehr Schutz
Allein in Österreich seien nach Angaben der Naturschutzorganisation bereits über 80 Prozent der europarechtlich geschützten Arten und Lebensräume in keinem günstigen Erhaltungszustand. Naturzerstörung, Ressourcenausbeutung, die Klimakrise oder Umweltverschmutzung erhöhen den Druck zusätzlich. Europas Natur brauche laut WWF mehr Schutz, nicht weniger. „Es geht hier auch um die Sicherung unserer eigenen Lebensgrundlagen.

Der WWF fordert daher eine Naturschutz-Offensive sowie eine ambitionierte Umsetzung des EU-Renaturierungsgesetzes. Eine intakte Natur sei nicht nur die beste Verbündete gegen die Folgen der Klimakrise, sondern stellt auch unsere Lebensgrundlagen wie sauberes Wasser und frische Luft bereit.

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