Nach jüngsten Vorfällen soll in Niederösterreich die Wolfsverordnung nächste Woche nachgeschärft werden. Denn im Bundesland mit den meisten Rudeln Österreichs, wurde noch kein Problemtier geschossen, während bereits in vier anderen Bundesländern das der Fall ist.
Kärnten, Tirol, Salzburg, Oberösterreich haben Niederösterreich eines voraus, obwohl hierzulande vier der sieben bundesweit bekannten Rudel leben: Dort wurden bereits Problemwölfe geschossen.
In Niederösterreich hätten bisher viermal die Voraussetzungen eine Entnahme vorgelegen, mehr jedoch nicht. Mit der steigenden Tendenz an 15, 39 und 44 Nutztierrissen von 2022 bis heuer haben sich nicht nur diese erhöht: „20.000 Wölfe leben mittlerweile in Europa. Ihr Wachstum beträgt 30 Prozent pro Jahr. Das ist keine vom Aussterben bedrohte Tierart mehr“, kündigt Landesvize Stephan Pernkopf an, bereits nächste Woche Erleichterungen für einen Abschuss vornehmen zu wollen.
Die Förderungen von Wolfsschutzzäunen wurden von 50 auf 80 Prozent erhöht. Etwa 100 Bauern haben das bisher genutzt. Viele Landwirte schaffen es aber trotzdem nicht, weil der finanzielle Aufwand oder die Arbeit viel zu hoch sind.

Landesvize Stephan Pernkopf will die Abschussbedingungen für Wölfe erleichtern.
Bild: Imre Antal
Wolf leichter legal erlegen
In Niederösterreich war eine zuvor erhaltene behördliche Anordnung schon bisher nicht nötig. Vielmehr zählen die Verhaltensweisen des Raubtieres, die entsprechende Konsequenzen zu Folge haben können, betont man im Land. Das heißt, dass auffällige Wölfe schon bisher ohne Bescheid vergrämt oder abgeschossen werden konnten.
Für eine Entnahme soll es künftig reichen, dass sich der Vierbeiner zweimal in zwei Wochen während der Aktivzeit des Menschen diesem nähere. Bisher war dies eine Woche. Außerdem soll es künftig auch in benachbarten Revieren möglich sein, Meister Isegrim aufs Korn zu nehmen. Außerdem: Nicht nur Siedlungen, sondern auch Einzelgehöften, Stallungen und weiteren Gebäuden darf sich der Wolf nicht mehr als 100 Meter nähern. Nachdem man dies einmal dem verantwortlichen Jäger gemeldet hat, kann beim nächsten Mal bereits geschossen werden.
Neues Rudel im Bezirk Amstetten?
Kritik kommt schon lange von Wolfstop-Obmann Gerhard Fallent. Nachdem er im Bezirk Amstetten Kontakt mit einer Frau hatte, bei der ein Wolf auf der Terrasse heulte – die „Krone“ berichtete – beruft er sich nun auf eine Wolfsliebhaberin, die im gleichen Bezirk ein Elterntier mit Jungwölfen den Mond anheulen sah.
„Eine Nachfrage beim Zentrum Bär Wolf Luchs hat die Bestätigung gebracht, dass bereits mehr als ein erwachsener Wolf DNA-mäßig in der Region nachgewiesen ist und es sich um keine Durchzügler, sondern um stationäre Wölfe handelt“, glaubt Fallent an ein neues Rudel, das in Niederösterreich im Bezirk Amstetten ansässig ist.
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