02.03.2006 12:50 |

Sinnloser Tod

US-Regierung wusste früh von "Katrina"-Gefahr

Die Regierung von US-Präsident Bush war internen Aufzeichnungen zufolge schon Tage vor dem Hurrikan "Katrina" über dessen massive Bedrohung informiert. Auf Videoaufzeichnungen von internen Besprechungen vor dem Wirbelsturm am 29. August 2005 ist zu sehen, wie die US-Katastrophenschutzbehörde FEMA eindringlich vor verheerenden Auswirkungen für die Küstengebiete am Golf von Mexiko warnen.

"Katrina" setzte weite Teile von New Orleans weitgehend unter Wasser. Etwa 1.300 Einwohner kamen ums Leben, 2.000 gelten weiter als vermisst. Die Stadt hat sich von der Katastrophe noch immer nicht völlig erholt.

In einer Lagebesprechung am 28. August - einen Tag, bevor der Sturm die Küsten erreichte - zeigte sich ein Hurrikan-Experte äußerst besorgt darüber, ob die Dämme von New Orleans den Sturmfluten standhalten könnten. Der damalige FEMA-Chef Brown brachte gegenüber Bush und Heimatschutzminister Chertoff die Befürchtung zum Ausdruck, dass es möglicherweise nicht genügend Rettungskräfte gibt, um den Geflüchteten im Footballstadion Superdome zu helfen.

Bush: „Sind bestens vorbereitet“
Bush, der damals auf seiner Ranch im texanischen Crawford Urlaub machte, ließ sich dort per Video von seinen Mitarbeitern unterrichten. Er hörte zu, ohne eine Frage zu stellen, und erwiderte, die Behörden seien "bestens vorbereitet".

Die Aufzeichnungen belegen, dass Experten die Bedrohungen und einen möglichen Dammbruch durch den Hurrikan eingehend diskutiert hatten. Ihnen war ganz offensichtlich klar, dass der Sturm enorme Verwüstungen zur Folge haben würde.

Der US-Präsident erklärte vier Tage nach "Katrina" dagegen, niemand habe den Dammbruch vorhergesehen. Später korrigierte er sich dahingehend, dass die Behörden fälschlicherweise angenommen hätten, die Dämme seien nicht beschädigt worden.