Bandenkriege, Raubüberfälle, Messerstechereien – und die Täter werden immer jünger, der Rechtsstaat ist ohnmächtig. Eine eigens gebildete SOKO zieht nun eine alarmierende Bilanz.
Es sind ebenso beeindruckende wie beängstigende Zahlen, die die im vergangenen März gegründete „Einsatzgruppe Jugendkriminalität“ bis Ende des Vorjahres liefert. Insgesamt wurden österreichweit rund 55.500 Personen im öffentlichen Raum kontrolliert. Zum Vergleich: Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten.
Dabei erstattete die Polizei rund 7400 Anzeigen, für 900 Personen klickten die Handschellen. Das sind durchschnittlich 25 registrierte Straftaten pro Tag bzw. drei festgenommene Verdächtige.
Immer mehr beschuldigte Täter unter 14 Jahren
Innenminister Gerhard Karner betont: „Unser Ziel ist, Kinder zu schützen und Gewalttäter aus dem Verkehr zu ziehen. Dabei geht die Polizei konsequent vor.“ Dass die Jugendkriminalität aktuell der Sicherheits-Brennpunkt im Land ist, belegt auch eine alarmierende Bilanz der Justiz. Demnach stieg die Verurteilung junger Täter an heimischen Gerichten innerhalb eines Jahres um fast 17 Prozent an.
Die äußerst hitzig geführte politische Diskussion um eine mögliche Senkung des Strafalters auf 12 Jahre wird zudem durch immer mehr unmündige Beschuldigte (12.442 waren es 2024) befeuert. Bei ihnen ist der Rechtsstaat bisher de facto ohnmächtig.
Kampf gegen kriminelle Kinder beginnt an Schulen
Im Kampf gegen die Inflation an Straßenrauben & Co. setzen Sicherheitsbehörden neben den Überprüfungsmaßnahmen auf die Prävention vor allem in Schulen.
Speziell ausgebildete Kontaktbeamte konnten bereits mehr als 161.000 Buben und Mädchen in der Altersgruppe ab zehn Jahren sowie deren Eltern bei Beratungsterminen erreichen.
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