Wie Göttervater Zeus vom Olymp herab schleudert Trump aus dem Weißen Haus seine Blitze in die Welt. (Zumindest sieht er sich so.) Die Ersten, denen die Strafzölle auf den Kopf fallen, sind China, Kanada, Mexiko.
Europa hat nur noch einige Tage Gnadenfrist. Die Verzögerung hängt mit Trumps Hass gegen die EU zusammen. Er will Brüssel eigentlich ignorieren und nur mit den Einzelstaaten anstehende Fragen regeln; das heißt: „gute“ Staaten verschonen. Zollfragen sind allerdings im EU-Binnenmarkt Gemeinschaftsangelegenheit in Brüssel.
In Trumps Giftküche werden nun Pläne gewälzt, Zollstrafen „nur“ auf Produkte zu verhängen, die vornehmlich „böse“ Staaten treffen. Wie das funktionieren soll, bleibt wohl das Geheimnis der MAGA-Helden. Es würde jedenfalls gemeinsame Gegenschläge der EU erschweren.
Im Kreml kann Putin sein Glück über Europas Dilemma mit Trump kaum fassen. Im TV sagt er freudig in das Mikrofon des Hölzelwerfers: „Trump macht sie (Europa) ziemlich konfus, aber ich versichere Ihnen, seine Durchsetzungskraft wird sich bezahlt machen. Es wird nicht lange dauern, bis sie an den Füßen ihres Herrls stehen und artig mit dem Schwanz wedeln.“
In Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“ heißt es: „Der Starke ist am mächtigsten allein.“ Trump geht davon aus, dass er keine Freunde braucht. Vielmehr schätzt er die Anerkennung durch Gegner.
Er könnte sich täuschen.
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