Verblüffend schnell hat die Polizei auf den neuesten Bericht über die üblen Zustände auf dem Vorplatz des Salzburger Hauptbahnhofs reagiert. Und zwar ließ man aus dem Hauptquartier der Salzburger Polizei in pampigem Ton ausrichten, dass sie das eigentlich nichts anginge ...
Zuständig wären für die Misere das Ordnungsamt, der Magistrat der Stadt Salzburg oder die ÖBB. Also alle möglichen Behörden, nur die Polizei hat damit nichts zu tun.
Na, bravo!
Von einem Mangel an Zivilcourage kann im konkreten Fall freilich nicht geredet werden. Und zwar, weil die Polizei eher seltener in ziviler Kleidung auftritt, sondern meistens in Uniform, um etwa Verkehrssünder zu strafen. Stattdessen könnte man zu Fuß auf Streife gehen. Etwa um den Bahnhof. Aber Polizei trifft man dort nicht oft an.
Meint man in der Polizeiführung wirklich, das ginge sie nichts an. Oder ist es ihr dort einfach zu gefährlich?
Das erinnert daran, wie man sich für den spektakulären Zwischenfall bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele im Vorjahr aus der Affäre ziehen wollte. Da druckste der Salzburger Polizeichef peinlich herum. Da waren auch alle anderen verantwortlich, nur die Polizei nicht. Fast so, als hätten Intendant und kaufmännischer Direktor und vielleicht auch noch die Festspielpräsidentin als Sheriffs durch die Hofstallgasse gegen die Aktivisten losgaloppieren müssen.
Es sollte aber klar sein, dass es Sicherheit nur gibt, wenn man mehr leistet als die notwendige Pflicht.
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