Winde fachen Brand an

Massives Feuer nahe L.A.: 31.000 sollen flüchten

Ausland
23.01.2025 06:34
Porträt von krone.at
Von krone.at

In der Nähe der seit Wochen von verheerenden Wald- und Buschbränden betroffenen US-Metropole Los Angeles ist neuerlich ein massives Feuer ausgebrochen. 31.000 Menschen wurden aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen, ein Gefängnis mit 500 Insassen wurde evakuiert.

Die Flammen breiteten sich am Mittwoch in einem Hügelgebiet nahe dem rund 56 Kilometer von Los Angeles entfernten See Castaic Lake binnen zwei Stunden auf 3200 Hektar aus. 

Santa-Ana-Winde befeuern Brände
Wie bereits die Feuer im Stadtgebiet von Los Angeles und in der Vorstadt Altadena wurden auch die Brände um den Castaic Lake von trockenen und starken sogenannten Santa-Ana-Winden befeuert.

(Bild: AFP/Getty Images via AFP)

„Ich bete nur, dass unser Haus nicht abbrennt“, sagte ein Mann dem Sender KTLA, als er sein Auto packte. Das Fernsehen zeigte Aufnahmen von der Polizei, die durch die Nachbarschaften fuhr und die Menschen zum Verlassen der betroffenen Orte aufforderte.

Gefängnis mit rund 500 Insassen evakuiert
Bezirkssheriff Robert Luna erklärte, auch die Strafvollzugsanstalt in Castaic falle unter eine Evakuierungsanordnung. Rund 500 Insassen würden in eine benachbarte Einrichtung gebracht. Luna sagte dem Sender KCAL9, dass rund 4600 Häftlinge in anderen Gefängnissen der Gegend dort verbleiben würden. Es stünden aber Busse bereit, sollte sich die Lage verändern und die Insassen an einen anderen Ort gebracht werden müssen.

Zur Brandbekämpfung wurden Helikopter und Flugzeuge (siehe Video oben) eingesetzt, die Wasser und Löschmittel abwarfen. Zudem waren Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Forstbehörde des Kreises Los Angeles im Einsatz.

Starke Winde bei gleichzeitig äußerst niedriger Luftfeuchtigkeit – eine tragische Kombination ...
Starke Winde bei gleichzeitig äußerst niedriger Luftfeuchtigkeit – eine tragische Kombination bei dem neuen Feuer bei Los Angeles.(Bild: AFP)

Zur Brandursache gab es keine Angaben. Es herrschten jedoch starke Winde bei gleichzeitig äußerst niedriger Luftfeuchtigkeit – Wetterbedingungen, die die Ausbreitung von Bränden begünstigen. „Das alles zusammen führt dazu, dass sich dieses Feuer extrem schnell ausbreitet“, sagte Brent Pascua von der kalifornischen Forst- und Waldbrandbekämpfungsbehörde Cal Fire.

Meteorologe: Feuer könnte groß werden
Das Feuer sei besorgniserregend, sagte der Meteorologe Daniel Swain. Es bestehe die Möglichkeit, dass das Feuer bis in den Bezirk Ventura County vordringe, wo die Vegetation sehr dicht sei. „Leider hat dieses Feuer das Potenzial, unter diesen Bedingungen sehr groß zu werden“, sagte Swain.

Mindestens 27 Tote durch Brände in L.A.
Rund um die südkalifornische Millionenstadt waren vor fast zwei Wochen mehrere große Brände ausgebrochen, die durch starken Wind angefacht wurden und sich explosionsartig ausbreiteten. Mindestens 27 Menschen kamen ums Leben, die beiden größten Brände vernichteten tausende Gebäude.

Experten sind sich weitgehend einig darüber, dass der Klimawandel das Risiko von Extremwetterereignissen und deren Ausmaß massiv erhöht. Für gewöhnlich regnet es im Jänner in Südkalifornien, doch die Region hat bereits seit etwa acht Monaten keine nennenswerten Niederschläge mehr erlebt.

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