Clip Sensation im Web

Ungarischer Rapper greift Orbáns Regierung an

Ausland
21.01.2025 19:59
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein regierungskritisches Musikvideo des bekannten ungarischen Rappers Majka hat sich zu einem Sensationserfolg in Ungarn gemausert. Der Clip führt nicht nur in unserem Nachbarland, sondern auch in Österreich die Charts der meistgesuchten Videos auf YouTube an.

Das Video von Péter Majoros, bekannt unter seinem Künstlernamen Majka, wurde seit seiner Veröffentlichung vergangenen Freitag auf YouTube bereits 5,1 Millionen Mal (Stand: Dienstag, 20 Uhr) angeklickt. Der Clip zu dem Song „Csurran, cseppen“ (wörtlich: „Es rinnt, es tropft“, gemeint ist Geld) handelt vom Ministerpräsidenten eines fiktiven Landes namens Bindschistan, der nach acht Jahren Herrschaft erstmals ein Live-Interview gibt.

Kurz vor dem Gespräch wird ihm von einem Kellner – in dessen Figur viele User aufgrund von äußeren Ähnlichkeiten Ungarns Oppositionsführer Péter Magyar zu erkennen glauben – ein Wahrheitsserum verabreicht. Unter dem Einfluss der Droge packt der von Majka selbst dargestellte Premier hemmungslos über Korruption, Geldgier und Volksverdummung aus.

In dem Video packt der Ministerpräsident (Bild) eines fiktiven Landes namens Bindschistan unter ...
In dem Video packt der Ministerpräsident (Bild) eines fiktiven Landes namens Bindschistan unter Einfluss einer Wahrheitsdroge hemmungslos über Korruption, Geldgier und Volksverdummung aus.(Bild: YouTube.com (Screenshot))

User gratulieren Musiker zu seinem Mut
Viele User gratulierten dem 45-jährigen Rapper, der zu den bekanntesten Künstlern dieses Genres in Ungarn zählt, zu seinem Mut, offen Kritik am Regime von Premier Viktor Orbán zu üben. Majka hatte sich bisher kaum politisch geäußert, er galt eher als Figur, die sich anzupassen versuchte, erinnerten Kommentatoren.

Rapper wird aus Umfeld von Orbán attackiert
Nach dem Erscheinen des Clips wurde der Rapper von Medien und Personen, die der Regierungspartei Fidesz von Orbán nahestehen, umgehend öffentlich attackiert. Der Musiker bemühte sich aufgrund der heftigen Reaktionen, die Wogen zu glätten. Er wolle sich „keiner politischen Seite anschließen“, sondern sehe die gesamte Elite kritisch, verlautbarte er auf Facebook.

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