Die ersten Landtagswahlen im Burgenland fanden in den Jahren 1922 und 1923 statt. Schon damals gab es dafür eigene Bestimmungen. Ein Rückblick auf das einstige Regelwerk und Vergleiche zur heutigen Zeit.
Im Jahr 2022 wurden die Landtagswahlen – eher provisorisch – gleichzeitig mit den Nationalratswahlen abgehalten, die rechtliche Rahmenbedingungen gab der Bund vor: 1923 kam schon eine eigene Landtagswahlordnung zum Einsatz. Laut Landeswahlleiter Bernhard Ozlsberger sind überraschend viele zentrale Bestimmungen seit der Urfassung fast wortident gleich geblieben, einiges hat sich natürlich auch geändert.
Überraschend viele zentrale Bestimmungen sind seit der Urfassung fast wortident gleich geblieben, einiges hat sich natürlich geändert.
Landeswahlleiter Bernhard Ozlsberger
Landtagswahl 1923 brachte eine Überraschung
Und wie ging die Wahl 1923 aus? Die Sozialdemokraten erzielten 38,6 % und 12 Mandate, die Christlichsozialen 37,6 % (13) und der Landbund 19,2 % (7). Die Großdeutsche Volkspartei und die Kroaten-Partei „Hrvatska stranka“ schafften es nicht in den Landtag. „Das war überraschend, denn es wurde erwartet, dass die Christlichsozialen in diesem ländlichen Gebiet stärkste Partei werden“, schildert der Historiker Herbert Brettl. Ein Grund dafür dürfte gewesen sein, dass viele evangelische Bauern für den Landbund stimmten.
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