Branchen stöhnen

Schlechtes Wetter in Österreich als Umsatzkiller

Wirtschaft
07.06.2013 15:50
Während weite Teile Österreichs mit den Folgen des Hochwasser kämpfen, macht die allgemeine Schlechtwetterlage heuer zahlreichen Branchen einen Strich durch die Rechnung. "Die Auswirkungen sind katastrophal", fasst es Bau-Innungsmeister Hans-Werner Frömmel zusammen. Bei allen Baufirmen wird es dadurch Rückgänge bzw. Einbrüche geben, die nicht aufgeholt werden können. Mit bis zu 40 Prozent Mengeneinbußen rechnet auch LGV-Frischgemüse-Chef Gerald König. "Es wächst einfach nichts, wenn zehn Tage keine Sonne scheint."

Besonders betroffen ist auch der Tourismus. Obmann Hans Schenner: "Das Gastgartengeschäft ist zu vergessen." Mindestens 10 Prozent Minus schätzt Schenner auch in der Ferienhotellerie. Weniger Probleme sieht ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer in der Stadt. Dort werde viel länger im Voraus gebucht, und Stornos gebe es nur wenige.

Voll getroffen vom kühlen Wetter sind hingegen Getränkehersteller. "Wir haben fast zweistellige Rückgänge im Prozentbereich", so Bernhard Prosser (Egger-Bier, Radlberger). Derzeit sei weder Grill- noch ein Konsumwetter. Dieses Schicksal teilen auch die Eissalons. Kurt Tichy: "Wir liegen 10 Prozent zurück."

An kein vergleichbares Jahr kann sich auch der Sprecher der Freibäder, Gerhard Baumgartner, erinnern. Einziger Hoffnungsschimmer: In den Ferien werden zwei Drittel des Umsatzes erzielt - die Saison ist daher noch nicht ganz verloren. Zweistellig im Prozent-Minus sind auch Sonnen- und Insektenschutzprodukte. "Wir sind aber optimistisch, es wieder wettzumachen, wenn die Temperaturen steigen", hofft Stefan Ornig (dm).

Keine Lust auf Flipflops und Sandalen
In der Textilbranche sind unter anderem leichte Sommerkleidchen Ladenhüter. "Dafür verkauft sich die wärmere Übergangsware sehr gut", berichtet Fussl-Boss Ernst Mayr. Schuhgeschäfte sind über Einbußen bei Flipflops oder Sandalen wenig begeistert. Leder-&-Schuh-Chef Heinzpeter Mandl: "Feste Halb- und Sportschuhe sind hingegen extrem gefragt."

Die Sommer-Kollektionen hoffen die Händler im Juli und August loszuwerden. Allerdings günstiger als ursprünglich kalkuliert, denn demnächst startet der Ausverkauf. Gudrun Liska (Palmers): "Schnäppchenjäger sind jetzt im Vorteil." Bademode gibt es bereits um bis zu 50 Prozent günstiger.

Hunderte Firmen sind in Österreich zu allem Überfluss jetzt auch noch von der Hochwasserkatastrophe betroffen.

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