Das Overstrike-9-Team besteht aus vier Mitgliedern, die typischerweise unterschiedliche Bewaffnungen und Fertigkeiten besitzen. Im besten Fall haben sie noch coole, vor Sarkasmus nur so triefende Sprüche auf Lager. Mit flotten Dialogen geizt "Fuse" jedoch von der ersten Minute an. Die Sager wirken teils gekünstelt und ebenso wie die Geschichte wenig bis gar nicht mitreißend.
Glücklicherweise macht die Ausrüstung dieses Manko zumindest großteils wieder wett: Die Fuse-Energie erlaubt etwa Energieschutzschilde oder kreative, imposante Waffen, die Geschoße mit verheerender Wirkung verschießen. Stichwort: Wurmloch. Da gerät das Herz so manches Shooter-Fans in Verzückung.
Diese hält allerdings nur dann an, wenn sich menschliche Mitspieler finden, die übrigens jederzeit ins Spielgeschehen einsteigen können. In der Solo-Kampagne bietet die KI hingegen nur geringe Unterstützung. Die weiteren Teammitglieder liefern sich zwar mit der Gegenseite heftige Gefechte, zeigen allerdings wenig Interesse daran, gemeinsam mit dem Spieler vorzugehen. Hat man sich jedoch daran gewöhnt, ist es fast schon ein Leichtes, dem Gegner in die Flanke zu fallen und den Weg freizumachen.
Sofern man sich nicht zu weit von der restlichen Truppe entfernt, ist das Risiko, sein Leben auszuhauchen, recht klein. Die Kollegen eilen fast immer rechtzeitig mit einem Medipack zur Hilfe, sobald der eigene Charakter schwer verwundet zu Boden geht. Das vermeidet zwar manchen Frustmoment, setzt den Schwierigkeitsgrad dann aber doch einen Tick zu weit herab.
Die vielfältigen Gegner lenken davon allerdings wieder trefflich ab. Der Kampf gegen Soldaten ist nur banales Beiwerk, wenn es gegen Hubschrauber oder riesige Roboter geht. Mutierte Gegner dürfen ebenfalls nicht fehlen: Ein bisschen Fuse konsumiert und schon geht der letzte Funken Verstand flöten, wofür es im Gegenzug an Allmachtsfantasien nicht mangelt. Kurzum: Der perfekte Zwischengegner, um den Stresspegel schlagartig nach oben schnellen zu lassen.
Mehr Schweißausbrüche rufen nur zeitkritische Passagen hervor, die ab und an zu Wiederholungen führen, da beim ersten Versuch erst die richtige Herangehensweise gefunden werden muss. Die Klettersequenzen sind dagegen kurz und simpel gehalten und lockern das sonst dauerhaft actionlastige Spielgeschehen merklich auf.
Erwähnenswert ist noch die Möglichkeit, die Charaktere nach und nach in höhere Erfahrungsstufen zu bringen, die auch neue Fähigkeiten – tödlichere, selbstverständlich - mit sich bringen. An der optischen Präsentation gibt es wenig zu bemängeln, wirklich begeistern und hinreißen kann sie aber auch nicht. Die Beschreibung "Solides Handwerk" trifft es wohl am besten. Immerhin: Für Abwechslung bei der Kulisse ist gesorgt.
Fazit: "Fuse" gleicht der Dutzendware aus Hollywood: Einem typischen Action-Blockbuster gleich, weiß man von der ersten Minute an, was einen erwartet, amüsiert sich für ein paar Stunden, hat aber bald darauf schon vieles wieder vergessen. Gut gemacht, aber ohne große Überraschungen eben. Cineasten wissen jedoch: In der Gruppe genossen ist das Kinoerlebnis ein wesentlich besseres und intensiveres. Auch "Fuse" läuft erst im Mehrspielermodus zu so etwas wie Hochform auf. Die Einzelspieler-Kampagne taugt vor allem, um sich warm zu spielen und mit den Charakteren vertraut zu machen.
Plattform: PS3 (getestet), Xbox360
Publisher: EA
krone.at-Wertung: 6/10 (Einzelspieler), 8/10 (Mehrspieler)
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.