Zahlreiche Schäden

Gemeindebau-Sanierung: Oma (86) bricht sich Bein

Wien
03.01.2025 11:00

Im Stich gelassen und nicht ernst genommen – so fühlen sich die Mieter eines Gemeindebaus in Wien-Liesing wegen zahlreicher Schäden nach und während der Bauarbeiten. Im Dezember verletzte sich sogar eine betagte Bewohnerin.

Seit etwa zwei Jahren wird die Wohnanlage in der Liesinger Gregorygasse saniert und verdichtet. Ein innovatives Projekt mit viel Holz, thermischer Sanierung, neuen Aufzügen und 44 Dachgeschoßwohnungen.

Für die Mieter fühlt sich die Lage aber mehr nach „Pfusch am Bau“ an. „Als sie die Wärmeschutzwand angebracht haben, wurde einfach durch die Zimmerwand gebohrt“, erzählt Brigitta N.

Elfriede N. musste nach dem Sturz operiert werden. Sie will die Verantwortlichen anzeigen.
Elfriede N. musste nach dem Sturz operiert werden. Sie will die Verantwortlichen anzeigen.(Bild: Krone KREATIV/Martin Jöchl)

Hinzu kommen Wasserschäden, weil das Dach nicht schrittweise, sondern komplett abgetragen wurde. „55 Jahre lang hat sich niemand um den Bau geschert. Und jetzt machen sie alles kaputt“, ärgert sich ein Mieter, über dessen Wasserschaden vom Mai erst im Dezember nur drübergemalt wurde. Eine Frau wartet seit Oktober darauf, dass überhaupt jemand die Schäden begutachten kommt.

Das Hauptproblem sei jedoch, dass es keinen Ansprechpartner oder unabhängige Sachverständige für die entstandenen Schäden gebe. Der eingerichtete Infopoint helfe wenig.

FPÖ-Wohnombudsmann Michael Niegl (li.) unterstützt die Mieter zusammen mit dem Mieterschutzring, ...
FPÖ-Wohnombudsmann Michael Niegl (li.) unterstützt die Mieter zusammen mit dem Mieterschutzring, der 26 Anträge auf Zinsminderung eingebracht hat, die nicht beantwortet wurden.(Bild: Martin A. Jöchl)

Sturz vor dem Heiligen Abend
Kurz vor Weihnachten passierte schließlich ein weiteres Unglück, als die 86-jährige Elfriede N. über einen Dübel am Gehsteig stürzte, der nach der Entfernung des Gerüsts einfach vergessen wurde. Operation inklusive.

Über diesen Dübel stolperte die 86-Jährige. Die Baufirma hat vergessen, ihn nach dem Abbau des ...
Über diesen Dübel stolperte die 86-Jährige. Die Baufirma hat vergessen, ihn nach dem Abbau des Gerüsts ebenfalls zu entfernen.(Bild: Krone KREATIV/M. Niegl)

Wiener Wohnen bestätigt den Vorfall und betont: „Wir haben eine lückenlose Aufklärung von der Baufirma verlangt. Diese ist während der Arbeiten auch für die Reinigung der Gehwege verantwortlich.“ Zudem versichert die Sprecherin, dass an der Behebung der Schäden mit Hochdruck gearbeitet werde.

Konsequenzen für Bauaufsicht
Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp fordert, dass derart massive Sanierungen nicht im laufenden Wohnbetrieb durchgeführt werden, und verlangt Konsequenzen für Verfehlungen bei der Bauaufsicht.

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