Trotz Krise Zuwachs

5.500 Österreicher neu im “Klub der Millionäre”

Wirtschaft
31.05.2013 00:01
Von wegen Finanzkrise: 2012 war für Österreichs Millionäre ein gutes Jahr. Landesweit stieg ihre Zahl im Jahresabstand gar um 5.500 Personen bzw. 7,6 Prozent auf 77.600, wie aus dem aktuellen Valluga-Vermögensreport hervorgeht. Ein wahrhaft großer Sprung, waren dem "Klub der Millionäre" doch erst im Jahr davor 1.800 seiner Mitglieder (2,5 Prozent) abhanden gekommen.

Trotz Euro-Schuldenkrise und schwachem Wirtschaftswachstum konnten Österreichs Millionäre 2012 das beste Jahresergebnis des laufenden Millenniums erwirtschaften. Die 77.600 rot-weiß-roten Millionäre streiften im Vorjahr einen Rekordgewinn von 22 Milliarden Euro ein - ein sattes Plus von 10 Prozent. Die Reichen besitzen jetzt gemeinsam 245 Milliarden Euro und somit mehr als ein Drittel des gesamten privaten Finanzvermögens (33,4 Prozent). Durchschnittlich kann sich jeder Millionär über 3,15 Millionen Euro freuen.

Porsche/Piëch und Mateschitz führen Top 10 an
Die Top 10 der heimischen Superreichen steigerten ihr Vermögen um 6,6 Milliarden auf 74,9 Milliarden Euro – ebenfalls ein Plus von 10 Prozent. Angeführt wird die Liste nach wie vor mit großem Abstand von den Familien Porsche und Piëch mit einem Vermögen von 40,9 Milliarden Euro. Auf Platz zwei liegt Dietrich Mateschitz. Der Red-Bull-Chef konnte im Vorjahr sein Vermögen um 1,4 Milliarden Euro auf 7,5 Milliarden Euro steigern. Er ist die reichste Einzelperson des Landes.

Frage des Tages in der Infobox: Mehr Reiche in Ö - wären Sie für eine Vermögenssteuer? 

An dritter Stelle folgt die Familie Flick mit 6,3 Milliarden Euro. Auf den weiteren Plätzen dann Novomatic-Chef Johann Graf (4,5 Milliarden Euro), Immobilientycoon Karl Wlaschek (4,2 Milliarden Euro), Heidemarie Horten (3,2 Milliarden Euro) die Familie Swarowski (2,6 Milliarden Euro) und Neueinsteiger Wolfgang Leitner. Der Vorstandsvorsitzende der Andritz AG besitzt 2,0 Milliarden Euro. Das letzte Drittel bilden Austro-Kanadier und Neo-Politiker Frank Stronach mit 1,9 Milliarden Euro und die Geschwister Patricia, Emil Alexander und Marie-Rose Kahane mit 1,8 Milliarden Euro.

Die meisten Reichen leben in Wien und NÖ
Die meisten heimischen Millionäre leben - wenig überraschend - in der Bundeshauptstadt Wien, wo ihre Zahl im Vorjahr um 9 Prozent auf 19.500 zugelegt hat. Danach folgen Niederösterreich mit 17.200, Oberösterreich mit 12.500 und die Steiermark mit 9.600 Millionären. Schlusslicht ist das Burgenland mit "nur" 1.700 Millionären. Etwas mehr sind es in Vorarlberg mit 3.000, Kärnten mit 4.300 und Tirol mit 4.400 sowie Salzburg mit 5.400.

Die größte Millionärsdichte weist ebenfalls Wien mit 1.130 Millionären pro 100.000 Einwohner auf, gefolgt von Niederösterreich und Salzburg. Auch hier ist das Burgenland Schlusslicht, mit 590 Millionären je 100.000 Einwohner.

Laut Valluga-Report vermehren sich die Vermögen jährlich im Schnitt um 8 bis 10 Prozent, und damit drei- bis viermal schneller als die Gesamtwirtschaft wächst. In der gesamten deutschsprachigen Region - Deutschland, Österreich, Schweiz - ist die Zahl der Millionäre 2012 ebenfalls deutlich auf 1,13 Millionen Personen gestiegen. Das sind um 7,6 Prozent oder 80.000 Personen mehr als im Jahr zuvor.

Millionäre profitierten von Kapitalmarkt-Boom
"Dieses Rekordergebnis ist vor allem den boomenden Kapitalmärkten und dem starken Immobilienmarkt zu verdanken", so die Studienautoren des Liechtensteiner Investmenthauses Valluga AG am Donnerstag. Die reale Volkswirtschaft konnte mit diesen Rekordwerten nicht mithalten. Das preisbereinigte BIP expandierte lediglich um schwache 0,8 Prozent, so die Studienautoren. Berücksichtigt wird bei der Vermögensstudie nur das Finanzvermögen ohne eigengenutzte Immobilien.

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