"Sehr entspannt, voll cool", "Voll leicht!", "Nur der Flächeninhalt war schwer". Beim "Krone"-Lokalaugenschein in den Volksschulen Wichtelgasse in Wien-Hernals und Zwettl an der Rodl (OÖ) herrschte Erleichterung, dass der erstmals durchgeführte Test über die Bildungsstandards nach 80 Minuten (mit 30 Minuten Pause) vorbei war. Die Klassenlehrer durften bei den Tests nicht anwesend sein.
Allgemeine Mathematik-Kompetenz überprüft
Überprüft wurden die allgemeinen Mathematik-Kompetenzen der Volksschüler wie Modellieren, Operieren, Kommunizieren und Problemlösen bzw. die inhaltlichen Kompetenzen "Arbeiten mit Zahlen", "Arbeiten mit Operationen", "Arbeiten mit Größen" und "Arbeiten mit Ebene und Raum". Dabei mussten - je nach Frage - eigene Antworten ausformuliert werden, musste kurz schriftlich oder mit einer Zahl geantwortet werden oder mussten Ja/Nein- bzw. Multiple-Choice-Aufgaben gelöst werden.
Nach der Wissensüberprüfung hatten die Kinder noch einen kurzen Fragebogen auszufüllen, der etwa Faktoren wie Migrationshintergrund, zu Hause gesprochene Sprache, Beruf der Eltern, Freizeitaktivitäten, Bildungsbiografie des Kindes, Förderunterricht etc. abfragt hat.
Ergebnisse werden im Dezember veröffentlicht
Die Durchführung der Tests übernahmen meist vom Bundesinstitut für Bildungsforschung eigens geschulte Lehrer des jeweiligen Standorts, bei einigen Stichproben-Schulen externe Testleiter. Die Ergebnisse, die keinen Einfluss auf die Noten der Schüler bzw. die dienstrechtliche Leistungsbewertung der Lehrer haben, werden gemeinsam mit jenen der 83.000 Schüler der achten Schulstufe, die vor sechs Wochen in Englisch getestet wurden (siehe Infobox), im Dezember veröffentlicht.
Nur der Schüler selbst erfährt, wie er abgeschnitten hat. Der Lehrer bekommt das anonymisierte Gesamtergebnis seiner Klasse, Direktoren das ihrer Schule bzw. der einzelnen Klassen. Die Schulaufsicht erhält die allgemeinen Teile der Schulberichte sowie Regionalergebnisse, die Landesschulräte die Landesergebnisse sowie die Unterrichtsministerin einen Bundesbericht.
Bildungsstandards werden seit 2012 überprüft
Die Bildungsstandards legen seit 2009 zusätzlich zum Lehrplan fest, was ein Schüler in der vierten Schulstufe (Deutsch, Mathematik) bzw. in der achten Schulstufe (Deutsch, Mathematik, Englisch) können soll. 2012 wurde zum ersten Mal überprüft, ob die Schüler diese Standards auch erreichen: Bei den Mathe-Überprüfungen der achten Schulstufe (vierte Klasse AHS/Hauptschule/Neue Mittelschule) schnitten die oberösterreichischen Jugendlichen am Besten ab. Österreichweit erreichten nur fünf Prozent der Schüler die höchste Kompetenzstufe, jeder sechste Schüler verfehlte die Bildungsstandards.
2014 stehen Deutschkenntnisse auf dem Prüfstand
Die Tests sollen Mängel aufzeigen, auf die dann etwa durch Änderungen der Lehreraus- und -fortbildung, der Lehrpläne, Bücher oder beim Stundenausmaß einzelner Fächer reagiert werden kann. Im kommenden Jahr werden bei den Volksschülern sowie bei den 14-Jährigen die Bildungsstandards in Deutsch überprüft.
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