Nach Entlassung

Bluttat in Wien: Mann schießt auf Ex-Chef

Österreich
23.05.2013 09:18
Nur mit knapper Not hat Donnerstag früh ein 51-jähriger Geschäftsinhaber in Wien-Alsergrund den Mordanschlag eines Ex-Mitarbeiters überlebt. Der 43-jährige Verdächtige, der erst am Vortag entlassen worden war, stürmte mit einem Gewehr bewaffnet in das Büro in der Seegasse 25 und feuerte auf seinen Ex-Chef. Ein Schuss traf den Oberkörper des Opfers. Sein Leben verdankt der 51-Jährige wohl dem mutigen Einschreiten eines jungen Mannes, der den Schützen mit einem Schraubenschlüssel außer Gefecht setzte.

Die Schussattacke ereignete sich laut Polizeisprecher Thomas Keiblinger um 7.24 Uhr in dem Büro der Blitzableiter-Firma im Erdgeschoß des Gebäudes. Der entlassene Mann kehrte mit einem Unterhebelrepetiergewehr (Kaliber .45) vom Typ Winchester an seinen früheren Arbeitsplatz zurück. Das Gewehr transportierte der Mann in einer Gitarrentasche aus Stoff. Der Instrumentenkörper befand sich als Tarnung ebenfalls in der Tasche. Den Gitarrenhals hatte der mutmaßliche Täter entfernt und stattdessen an dieser Stelle die Waffe verstaut.

Der Schütze feuerte dann zwei Mal auf seinen Ex-Chef. Der erste Schuss ging daneben. Daraufhin sei der Verdächtige laut Keiblinger um den Schreibtisch im Büro des 51-Jährigen herumgegangen und habe ein zweites Mal abgedrückt. Das Opfer erlitt laut Spital einen Streifschuss am Oberkörper.

Schütze mit Schraubenschlüssel außer Gefecht gesetzt
Kurz darauf griff ein mutiger Mitarbeiter aus Tschetschenien in das blutige Geschehen ein (Interview in der Infobox): Der 27-Jährige rannte, nachdem er die Schüsse gehört hatte, ins Büro seines Chefs. Dort schlug er den Schützen mit einem Schraubenschlüssel von hinten nieder. Den Angeschossenen brachte er aus der Gefahrenzone und setzte ihn auf eine Bank in der Gasse vor dem Geschäft, dann alarmierte er die Polizei.

Weitere Bilder vom Tatort: siehe Infobox!

Der 43-jährige Angreifer sei beim Eintreffen der Polizei "ganz benommen" im Vorraum des Geschäftslokals auf dem Boden gelegen, so Keiblinger. Nach seiner Festnahme wurde er mit einer Kopfverletzung ins Spital eingeliefert. Keiner der Beteiligten befindet sich in Lebensgefahr.

Entlassung wegen nicht zurückgebrachten Firmenwagens
Nach "Krone"-Informationen war der 43-Jährige am Mittwoch deshalb fristlos entlassen worden, weil er nach einem Arbeitsauftrag den unternehmenseigenen Kleintransporter trotz mehrfacher Aufforderung durch seinen Chef nicht zurückbringen wollte. Daraufhin musste der Firmenchef mit einem Zweit-Zündschlüssel ausrücken und den dringend benötigten Firmenwagen abholen.

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