Gewalt geht weiter
Schweden: Krawalle weiten sich auf Malmö aus
Wegen der Straßenschlachten schränkten die Verkehrsbetriebe den Autobus- und U-Bahnverkehr im Süden Stockholms ein. Der Nachtverkehr auf der grünen U-Bahnlinie wurde abschnittsweise eingestellt. Im überwiegend von Immigranten bewohnten Vorort Fittja wurden wegen der Krawalle mehrere Haltestellen nicht angefahren.
Einwohner: "Ihr führt euch auf wie kleine Kinder"
Die Einsatzkräfte haben nun ihre Taktik geändert und setzen auf Deeskalation. Unterstützung bekommen sie aus der Bevölkerung. Elterngruppen und andere Organisationen gehen auf die Straße und versuchen, die Konfrontation zu entschärfen. Die Zeitung "Aftonbladet" berichtet am Donnerstag von einem Einwohner, der den Randalierern zurief: "Lasst das, ihr führt euch auf wie kleine Kinder."
Tödlicher Polizeieinsatz als Auslöser der Gewalt
Die Krawalle begannen am Sonntag im Vorort Husby. Mittlerweile haben sie auch auf andere, überwiegend von Immigranten bewohnte Stadtteile übergegriffen. Unmittelbarer Auslöser war der Tod eines 69-jährigen Mannes, der vor einer Woche von Polizisten bei einem Einsatz erschossen wurde.
Beobachter vermuten aber auch, dass sich aufgestaute Wut über die Ausgrenzung von Einwanderern entlädt. "Es ist nicht das erste und nicht das letzte Mal, dass so etwas passiert", sagte Rami al-Khamisi, der Gründer einer lokalen Jugendorganisation, gegenüber dem Nachrichtenportal "The Local". Das sei die Reaktion darauf, dass es in Schweden keine Gleichberechtigung gebe, so Khamisi.
Sozialarbeiterin: "Keine einfachen Antworten"
Einfache Antworten als Erklärung für den Gewaltausbruch gebe es nicht, so die Jugendsozialarbeiterin Susanne Tengberg in der finnischen Zeitung "Helsingin Sanomat". Ein Teil der Jugendlichen würde den Nervenkitzel suchen. Unbestreitbar sei aber auch, dass sich viele Jugendliche trotz staatlicher Integrationsangebote ausgegrenzt fühlen. "Das kann man nicht ignorieren."
Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt verurteilte die Ausschreitungen und äußerte die Befürchtung, dass die Krawalle weitergehen könnten. Gleichzeitig stellte er sich hinter die Arbeit der Polizei, die von vielen Seiten kritisiert wurde. Eine Gruppe junger Männer glaube, sie könne die Gesellschaft mit Gewalt verändern, so Reinfeldt. "Das ist nicht ok."







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