Tausende Gefangene wurden diese Woche aus dem berüchtigten Saidnaja-Gefängnis nahe Damaskus befreit. Zehntausende sind dort in den letzten 24 Jahren grauenvolle Tode gestorben.
Videos, kaum zu ertragen, offenbaren den Horror des Folter- und Mordregimes von Baschar al-Assad. Nicht alle, aber sehr viele Syrer sind 2015 vor genau diesem Horror geflüchtet. Fast 100.000 haben sich in Österreich ein neues Leben aufgebaut.
Letzten Sonntag ging Assads Schreckensherrschaft zu Ende. In ganz Europa feierten überglückliche Syrer die Befreiung ihres Landes durch islamistische, kurdische und von der Türkei unterstützte Rebellen, auch in Wien gingen Zehntausende auf die Straße und schwenkten syrische Flaggen.
Und was fiel den verantwortlichen heimischen Politikern zu diesem historischen Ereignis ein?
Rückführungs- und Abschiebeprogramme. 1000 Euro für jeden, der freiwillig das Land verlässt. Ungeachtet dessen, ob in Syrien vielleicht gerade eine neue Islamdiktatur entsteht.
Die Tonalität: Eiskalt. Grundtenor: Ihr wart hier nie willkommen, also verschwindet so schnell wie möglich wieder. So wünschte man, um mit Herbert Kickl zu sprechen, einfach allen Syrern pauschal eine „gute Heimreise“.
Geht man so mit Menschen um, die seit fast zehn Jahren in Österreich leben und deren Kinder Syrien nie gesehen haben? Und schämen sich diese Zyniker eigentlich nicht?
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