Das Wirken von Hannes Androsch hat politisch und wirtschaftlich auch in Kärnten seine Spuren hinterlassen. Im Gespräch mit der „Krone“ erinnert sich Kärntens ehemaliger Landeshauptmann Peter Ambrozy an die „faszinierende Persönlichkeit“.
Hannes Androsch und Peter Ambrozy, zwei Sozialdemokraten, deren Lebensläufe eine große Parallele aufweisen. Beide Politiker galten als potenzielle Nachfolge für politische Schwergewichte. Der eine für Bundeskanzler Bruno Kreisky und der andere für Kärntens Langzeit-Landeshauptmann Leopold Wagner. Und dabei kreuzten sich die Wege von Androsch und Ambrozy mehrmals.
Der Verstoßene und der würdige Nachfolger
„Ich war damals noch Büroleiter von Leopold Wagner, da lernte ich den Androsch kennen“, erinnert sich der spätere Landeshauptmann Peter Ambrozy im Gespräch mit der „Krone“. Und schon damals erkannte der Kärntner Politiker, dass Androsch einen Weitblick für die Finanzpolitik gehabt habe.
Und während Androsch später in Ungnade gefallen war und sich der Wirtschaft zuwandte, blieb Ambrozy der Politik treu und wurde 1988 zum Nachfolger von Leopold Wagner gewählt. Trotz des Streits zwischen Androsch und der SPÖ stand für Ambrozy immer eines fest: „Androsch war ein starker Denker und eine sehr prägende Erscheinung für die Sozialdemokratie.“ Der ehemalige Landeshauptmann habe teilweise auch Mitleid mit dem späteren Industriellen gehabt, denn „in einer gewissen Phase hat er es nicht leicht gehabt. Er hat unter manchen Genossen sehr gelitten.“
Hannes Androsch hatte immer einen Hang zur Realität. Das könnte auch heutzutage manche Politiker beherzigen.
Peter Ambrozy, ehemaliger Kärntner Landeshauptmann
Die wirtschaftlichen Spuren von Androsch
Aber nicht nur politisch führte das Leben von Hannes Androsch mehrmals nach Kärnten. Auch als Unternehmer hinterließ der gebürtige Wiener seine Spuren im Süden Österreichs. Rund zehn Jahre lang betrieb der Industrielle mit der AT&S-Gruppe einen Standort in Klagenfurt. Fehlende Auslastungsperspektiven führten aber zur Schließung.
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