Tel Aviv als Ziel
Syrien: Assad bringt Raketen gegen Israel in Stellung
Überwachungssatelliten hätten entsprechende Vorbereitungen der syrischen Regierungstruppen von Bashar al-Assad registriert, heißt es in dem Zeitungsbericht. Die Aufstellung der Raketen, die jeweils eine halbe Tonne Sprengstoff transportieren können, bedeutet eine erhebliche Verschärfung der ohnehin gespannten Lage in der Region.
Israel hatte Assad nach Informationen der "New York Times" mit dem Sturz gedroht, sollten er oder die mit ihm verbündete libanesische Hisbollah auf einen möglichen neuen Angriff Israels reagieren. Israel hat laut Medienberichten seit Jahresbeginn bereits drei Mal Ziele in Syrien bombardiert, um die Übergabe hochmoderner Waffen an die Hisbollah zu verhindern.
"Lieber einen Teufel, als unbekannte Dämonen"
Doch auch Israel ist uneins, was den Bürgerkrieg in Syrien angeht. So zitierte die britische "Times" am Samstag einen ungenannten israelischen Geheimdienstoffizier: "Lieber einen bekannten Teufel (Assad), als unbekannte Dämonen, wenn Syrien im Chaos versinkt und sich dort Extremisten aus der ganzen arabischen Welt breitmachen."
Allerdings gibt es in Israel auch Stimmen, die sich einen Sturz von Assad wünschen, weil Israels Erzfeind Iran dann seinen einzigen Verbündeten in der Region verlieren würde. Der Geheimdienstoffizier äußerte sich relativ ungerührt über das Blutbad im Nachbarland mit bereits über 90.000 Toten in zwei Jahren: "Besser sie (die syrischen Konfliktparteien) sind damit beschäftigt, sich gegenseitig zu bekämpfen, als dass sie sich gegen uns wenden." Am günstigsten für Israel und die Region sei es, wenn Assad zwar geschwächt werde, aber an der Macht bleibe.
Netanyahu versuchte, Waffenlieferung zu stoppen
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte jüngst versucht, den russischen Präsidenten Wladimir Putin bei einem Besuch in Moskau davon abzubringen, hochmoderne Waffensystem an Syrien zu liefern. Diese sollen unter anderem S-300-Raketensysteme sowie Schiffsabwehrraketen vom Typ "Jachont" umfassen. Israel befürchtet, Syrien könnte solche Waffen in einem Konflikt gegen den jüdischen Staat einsetzen und hatte wiederholt seine Neutralität in dem innersyrischen Konflikt betont.
Dennoch sei man "auf jedes Szenario vorbereitet", sagte Netanyahu nun am Sonntag bei der wöchentlichen Sitzung seines Kabinetts. "Die israelische Regierung geht verantwortlich, entschlossen und überlegt vor, um das wichtigste Interesse des Staates Israel zu gewährleisten - die Sicherheit seiner Bürger."
Assad: "Friedensgespräche sinnlos"
Assad selbst räumte der kürzlich gestarteten Initiative der USA und Russlands zur Lösung des Bürgerkriegs in seinem Land unterdessen keine Chance ein. Zugleich lehnte er in einem am Samstag veröffentlichten Interview der argentinischen Zeitung "Clarin". Verhandlungen mit den Aufständischen ab. "Kein Dialog mit Terroristen", sagte Assad erneut. Friedensgespräche machten ohnehin keinen Sinn, da die Opposition zu zersplittert sei, als dass sich ein Abkommen aushandeln ließe. Forderungen seiner Widersacher nach einem Rücktritt erteilte der syrische Machthaber erneut eine Absage.
Assad sagte weiters, er bezweifle, dass sich der seit mehr als zwei Jahren anhaltende Konflikt durch die Bemühungen der Regierungen in Washington und Moskau, die eine internationale Konferenz zur Vermittlung vorgeschlagen hatten, beilegen lasse. "Sie denken, dass eine politische Konferenz die Terroristen im Land aufhalten wird. Das ist unrealistisch", sagte Assad in dem in Syrien geführten Interview. "Es herrscht Verwirrung in der Welt zwischen einer politischen Lösung und Terrorismus."







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