Die Benennung einer kleinen Stiege in der Stadt Salzburg sorgt für Wirbel: Ex-Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler setzt sich nun gegen die Vereinnahmung seitens politischer Parteien zur Wehr.
In der Stadt Salzburg sorgt die Namensgebung einer Stiege mit 117 Stufen für heftige Diskussionen. Die kleine Stiege auf den Mönchsberg soll nach Alma Rosé benannt werden. Die Stadtpolitik ist sich einig, nur die FPÖ verwehrt sich. Die Freiheitlichen schlugen am Montag kurzerhand Helga Rabl-Stadler als Namenspatronin vor – die „Krone“ hat berichtet.
Nun äußerte sich die ehemalige Festspielpräsidentin in der Sache. „Ich schätze es nicht, dass man meinen Namen in diese Polit-Schlacht wirft. Noch dazu ungefragt“, so Rabl-Stadler.
„Nur ein winziges Zeichen der Wiedergutmachung“
Die Grande Dame der Festspiele sei strikt dagegen, dass man Straßen, Plätze und auch Stiegen nach lebenden Personen benennt. Zudem sei Rabl-Stadler entschieden dafür, die Stiege nach Alma Rosé zu benennen. „Das ist nur ein winziges Zeichen der Wiedergutmachung“, sagte sie. Rosé, Violinistin und 1944 im KZ Auschwitz-Birkenau zu Tode gekommen, sei bestens geeignet.
Am Gedenken an die Künstlerin war Rabl-Stadler schon 2020 federführend beteiligt. Unter ihrer Präsidentschaft wurden 28 Stolpersteine für namhafte NS-Opfer vor dem Haus für Mozart verlegt. Auch Alma Rosé erhielt einen goldenen Stein.
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