Recht auf Heirat
Frankreich: Gesetz für Homo-Ehe nun offiziell in Kraft
Noch am Freitag hatte der Verfassungsrat eine Beschwerde der konservativen Opposition gegen das Gesetz abgewiesen und damit den Weg endgültig frei gemacht. Homosexuellen das Recht auf die Ehe einzuräumen sei eine "Entscheidung des Gesetzgebers" und verstoße gegen keinen Verfassungsgrundsatz, hieß es in einer Erklärung. Keine Rolle spiele dabei, dass die Ehe bisher in französischen Gesetzen als Verbindung von Mann und Frau definiert worden sei.
Der Verfassungsrat betonte aber, die Anerkennung der Homo-Ehe und das damit einhergehende Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare bedeute kein "Recht auf ein Kind". Bei Adoptionen müsse stets "das Interesse des Kindes" Vorrang haben. Der Streit um die "Ehe für alle" hatte die französische Gesellschaft in den vergangenen Monaten gespalten.
"Sieg für die Republik der Gleichberechtigung"
Der Chef der regierenden Sozialisten, Harlem Désir, sprach am Freitag von einem "Sieg für die Republik der Gleichberechtigung". Für die Sozialisten sei es "ein Tag des großen Stolzes". Die Wortführerin der Homo-Ehen-Gegner, Frigide Barjot, erhob dagegen schwere Vorwürfe gegen den Verfassungsrat. Sie habe "ernsthafte Zweifel an der Unabhängigkeit der Richter", sagte Barjot der Nachrichtenagentur AFP. Zudem sei es eine Provokation, dass die Entscheidung ausgerechnet am internationalen Tag gegen die Homophobie bekannt gegeben worden sei.
Frankreich ist das 14. Land weltweit, das die Homo-Ehe einführt. Vor allem die konservative Opposition und die katholische Kirche waren Sturm gegen das Vorhaben gelaufen, bei Großdemonstrationen waren Zehntausende Menschen gegen die Reform auf die Straße gegangen. Die Gegner setzten ihre Protestaktionen auch nach der endgültigen Verabschiedung des Gesetzes in der französischen Nationalversammlung am 23. April fort. Für den 26. Mai ist eine neue Großdemonstration geplant.







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