Nach Vergewaltigung

IND: Angeklagter im Gefängnis vergiftet und schwer verletzt

Ausland
15.05.2013 13:11
Nachdem bereits einer der wegen der mörderischen Gruppenvergewaltigung einer 23-jährigen Studentin im Dezember des Vorjahres in Neu-Delhi angeklagten Männer im März erhängt in seiner Zelle gefunden worden war, schwebt nun ein weiterer mutmaßlicher Täter in kritischem Zustand. Der 20-Jährige wurde nach Angaben seines Anwalts von Mitgefangenen angegriffen und schwer verletzt. Sein Mandant habe Blut gespuckt und über Schmerzen in der Brust sowie hohes Fieber geklagt.

Außerdem habe sich sein Mandant in den vergangenen Tagen mehrere Male übergeben müssen, schilderte der Anwalt am Mittwoch. Der Verteidiger vermutet eine schleichende Vergiftung des Mannes über das Gefängnisessen in den vergangenen Wochen. Der 20-Jährige habe sich seit Anfang Mai schlecht gefühlt, berichtete der Anwalt gegenüber der Zeitung "Times of India" und beschuldigte die Leitung des Hochsicherheitsgefängnisses Tihar (Bild) der mangelnden Aufsicht über die Gefangenen.

Die Gruppenvergewaltigung einer 23-jährigen Studentin in einem Bus in Neu-Delhi hatte im Dezember weltweit für Empörung gesorgt. Die Frau wurde vor den Augen ihres Freundes mit einer Eisenstange gequält, vergewaltigt und schließlich aus dem Bus geworfen. Tage später starb die 23-Jährige an ihren massiven inneren Verletzungen.

Heftige Diskussion nach Tat mündete in Strafrechtsreform
Die Tat löste eine heftige Debatte in Indien über Misshandlungen von Frauen aus und mündete mittlerweile auch in Reformen beim Strafrecht. Nachdem einer der Angeklagten tot in seiner Zelle aufgefunden worden war, richtet sich der Prozess noch gegen vier Männer - darunter auch der schwer verletzte 20-Jährige. Gegen einen 17-jährigen Verdächtigen läuft ein Verfahren nach dem Jugendstrafrecht.

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