In Depot gebracht

Nordkorea: Kim lässt Raketen abmontieren

Ausland
07.05.2013 15:04
Nach wochenlangen nordkoreanischen Kriegsdrohungen gegen Südkorea und die USA gibt es erste Hinweise auf eine Deeskalation. Vertreter der US- und der südkoreanischen Regierung berichteten am Dienstag übereinstimmend über die Demontage von zwei Mittelstreckenraketen, die an der Ostküste Norkoreas auf mobilen Abschussrampen befestigt und offenbar startbereit gewesen waren.

Die Raketen des Typs Musudan (Bild) seien in ein Depot gebracht worden, berichtete der Nachrichtensender CNN unter Berufung auf einen US-Beamten. Das Militär der USA und Südkoreas ging seit Wochen davon aus, dass das kommunistische Land mehrere Raketen, darunter auch Mittelstreckenraketen, in Startposition gebracht hatte. Außerdem wurden auch Raketentests befürchtet.

Zudem scheine das Regime in Pjöngjang die Ende März ausgerufene "höchste Gefechtsbereitschaft" für alle Feldartillerieverbände, inklusive der strategischen Raketeneinheiten, bereits Ende April wieder aufgehoben zu haben. Eine Bestätigung aus Nordkorea gab es aber dafür bisher nicht.

Regime: "Gegenmaßnahme, sollte auch nur eine Kugel fallen"
Doch ganz ohne neuerliche Drohungen des stalinistischen Regimes unter der Führung von Diktator Kim Jong Un ging es dann auch nicht: Die Volksarmee kündigte angesichts neuer Marineübungen der USA und Südkoreas zur U-Boot-Abwehr militärische Schritte an, falls sein Territorium dabei verletzt werden sollte. Das Land werde "sofortige Gegenmaßnahmen ergreifen, sollte auch nur eine einzige Kugel in unsere Gewässer fallen", wurde das südwestliche Frontkommando von den Staatsmedien zitiert.

Die Übungen vor der Westküste der koreanischen Halbinsel hatten nach Berichten südkoreanischer Medien am Sonntag begonnen - nur wenige Tage nach der Beendigung jährlicher zweimonatiger Feldübungen der beiden Verbündeten. Die Marineübungen sollen bis Freitag dauern.

Chinesische Bank kappt Verbindungen mit Nordkorea
Unterdessen hat sich zum ersten Mal eine chinesische Bank den internationalen Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang angeschlossen und am Dienstag das Konto der nordkoreanischen Außenhandelsbank gesperrt. Begründet wurde der Schritt in Peking nicht. Die Bank of China teilte lediglich mit, alle Transaktionen mit der wichtigsten nordkoreanischen Bank für den Devisenwechsel seien gestoppt und das Konto aufgelöst worden.

China ist Nordkoreas wichtigster Handelspartner und einziger Verbündeter. Wie viel des bilateralen Handelvolumens von sechs Milliarden Dollar über die Bank of China abgewickelt werden, ist nicht bekannt.

Der Konflikt mit Nordkorea hatte sich seit dem dritten Atomtest des Landes im Februar zugespitzt. Pjöngjang hatte angesichts der Ausweitung von UN-Sanktionen und amerikanisch-südkoreanischer Militärmanöver den Waffenstillstandsvertrag von 1953 aufgekündigt, den USA einen atomaren Erstschlag angedroht und den "Kriegszustand" gegenüber Südkorea erklärt.

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