Wegen einer nun wahrscheinlichen Partnerschaft zwischen FPÖ und SPÖ in der Steiermark braucht keiner die Nase zu rümpfen.
Seit Andreas Babler die Roten übernommen hat, ist der Populismus von links mindestens so auf Krawall gebürstet wie der Lärm von rechter Seite. Da passt also schon einiges ganz gut zusammen.
Bloß beim Thema mit den Ausländern fällt es einigen in der Chefetage der Sozialdemokratie noch immer schwer, für die Gefühle ihrer Basis und ehemaligen Wählerschaft die richtigen Worte zu finden.
Davon abgesehen, haben die Sozialdemokraten eine weit zurückreichende gemeinsame Vergangenheit mit der FPÖ. Salonfähig gemacht hat die Blauen in der SPÖ deren Übervater Bruno Kreisky, vor dessen Porträt sich noch jeder Nachfolger und jede Nachfolgerin stolz hat fotografieren lassen.
Jedes Moralspektakel kann man sich jetzt sparen. Wenn es machttaktisch in den Kram gepasst hat, konnten die Sozialdemokraten seit jeher gut über ihren eigenen Schatten springen. Immer alles auf den „bösen Doskozil“ im Burgenland zu schieben, ist eine reichlich billige und feige Nummer.
Es ist auch nicht so lange her, dass eine Gruppe rund um den letzten SPÖ-Kanzler Christian Kern in der Wohnung eines Wiener Industriellen mit einigen führenden Blauen bei Rotwein die Möglichkeiten einer Koalition besprochen hatte.
So war und ist Politik. Da soll keiner so tun, als wäre man als Unschuld vom Lande unerwartet in eine unmögliche Lage geraten.
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