Reaktion auf Russland

USA erwägen Änderung der Atomwaffenstrategie

Außenpolitik
22.11.2024 11:01
Porträt von krone.at
Von krone.at

Russland hat vor wenigen Tagen seine Atom-Doktrin geändert. Nun kam auch erstmals eine russische Interkontinentalrakete in der Ukraine zum Einsatz. Unterdessen feuert die ukrainische Armee mit ATACMS- und Storm-Shadow-Raketen auf Ziele in Russland. Vor dem Hintergrund dieser massiven Eskalation – inklusive Drohungen des Kreml gegen westliche Verbündete der Ukraine – erwägen die USA nun ebenfalls eine Anpassung ihrer Atomwaffenstrategie.

Der zuständige Vize-Verteidigungsminister Richard Johnson verwies unter anderem auf verbesserte nukleare Fähigkeiten Chinas und Russlands. Um wirksame nukleare Abschreckung sicherzustellen, könne eine Anpassung der zuletzt 2022 aktualisierten Atom-Strategie notwendig werden, sagte er bei einem Auftritt in Washington.

Neben Russland und China geraten zunehmend auch andere Staaten in den Fokus Washingtons. Mehrere Länder vergrößerten und modernisierten ihre Atomwaffenarsenale, sagte Johnson. Zugleich komme Nuklearwaffen eine größere Rolle in der Sicherheitsstrategie dieser Staaten zu.

Test einer US-Interkontinentalrakete im Jahr 2020
Test einer US-Interkontinentalrakete im Jahr 2020(Bild: APA/AFP/US AIR FORCE/Clayton WEAR)

Nuklearprogramm „möglicherweise unzureichend“
Das Modernisierungsprogramm für das amerikanische Atomwaffenarsenal sei möglicherweise unzureichend, warnte der Vize-Minister. Generell sei „die Logik der nuklearen Abschreckung aber weiter stimmig“. 

Die Vereinten Nationen sprachen von einer „besorgniserregenden Entwicklung“. „All das geht in die falsche Richtung. Was wir sehen wollen, ist, dass alle Parteien dringend Schritte unternehmen, um die Situation zu deeskalieren“, sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric in New York.

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