Drei von zehn Konsumenten wollen heuer für Weihnachtsgeschenke weniger ausgeben, aber nur jeder Zehnte mehr. Die gedämpfte Konsumstimmung überträgt sich auf die Ausgabenbereitschaft, so das Linzer Institut für Handel, Absatz und Marketing (IHaM ). Und bereits jeder Dritte kauft am Black Friday online ein.
Die aktuelle IHaM-Prognose (auf Basis einer großangelegten Konsumentenbefragung) geht von Geschenkeausgaben in Höhe von rund 2,23 Milliarden Euro aus. Im Vergleich zum Vorjahr (rund 2,28 Milliarden Euro würde dies einem Ausgabenrückgang um -2 % bzw. um rd. – € 50 Mio. entsprechen. Dennoch wird auch heuer bei Geschenken für Kinder und für die Partnerin bzw. den Partner nicht bzw. kaum gespart. Bei Weihnachtspräsenten für Verwandte, Bekannte und Arbeitskollegen wird hingegen der Sparstift angesetzt.
Ein Drittel nutzt den Black Friday
Weihnachtsgeschenke werden heuer früher und geplanter eingekauft, um mit dem vergleichsweise etwas geringeren Einkaufsbudget auszukommen. 29 % der Österreicher nutzen daher bereits die Aktionstage rund um Black Friday um Geschenke zu rabattierten Preisen einzukaufen und damit deutlich mehr als im Vorjahr (18 %). Hingegen rücken spontane Impulskäufe – die eigentliche Domäne des stationären Einzelhandels – bei den Weihnachtseinkäufen heuer in den Hintergrund. Daraus resultiert eine Verschiebung der Geschenkeausgaben von Offline zu Online.
Weihnachtsausgaben verschieben sich ins Internet
Zwar kaufen heuer nicht mehr Österreicher:innen Weihnachtsgeschenke via Internet als im Vorjahr ein, die Ausgaben beim Online-Christmas-Shopping werden aber – im Gegensatz zu den Offline-Ausgaben – ansteigen. 52 Prozent der Konsumenten (16-74 Jahre) planen heuer Präsente auch online zu bestellen, im Vorjahr waren dies 53 Prozent. 34 % nutzen für ihre Online-Geschenkeeinkäufe gleich ihr Smartphone.
Die Online-Geschenkeausgaben werden von rd. € 430 Mio. im Vorjahr auf prognostizierte rd. € 460 Mio. zulegen, trotz deutlichem Anstieg aber nicht das hohe Niveau der Corona-Jahre erreichen. Mehr als die Hälfte der Online-Ausgaben wird jedoch zu internationalen Online-Shops/-Plattformen (Amazon, Temu, etc.) fließen.
Die Weihnachtseinkäufe verschieben sich heuer wieder mehr ins Internet. Online eingekauft wird vermehrt auch zu Black Friday. Der Ausgabenrekord zu Black Friday in Höhe von rund 490 Millionen Euro wird am eigentlichen Weihnachtsgeschäft im heimischen Einzelhandel knabbern“
IHaM-Institutsvorstand Univ.-Prof.Dr. Christoph Teller.
Das Resümee
„Die negativen Einschätzungen der heimischen Einzelhandelsmanager für das vierte Quartal und somit auch auf das Weihnachtsgeschäft haben es bereits erwarten lassen, was die aktuelle Konsumentenbefragung nun bestätigt. Die anhaltend schlechte Konsumstimmung dämpft die Ausgabenbereitschaft der Österreicher:innen auch bei ihren Weihnachtseinkäufen. Die aktuellen Einkaufspläne sehen eine Ausgabenreduktion um minus 50 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr vor“, resümiert Dr. Ernst Gittenberger die aktuellen Analyseergebnisse des Instituts für Handel, Absatz und Marketing (IHaM).
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