Komplett verzweifelt

Rom-Attentäter: “Konnte Sohn nicht mehr erhalten”

Ausland
29.04.2013 16:14
Verzweiflung dürfte das Motiv des Attentäters von Rom gewesen sein, wie italienische Medien am Montag berichteten. Der 48-jährige Luigi Preiti (Bild) soll vollkommen am Ende gewesen sein, da er nicht mehr wusste, wie er seinen elfjährigen Sohn erhalten solle. Und dieses Gefühl der Machtlosigkeit habe ihn zu seiner Schuss-Attacke vor dem italienischen Regierungssitz verleitet, bei der drei Menschen verletzt wurden.

Der geständige Schütze, der sich in einer Einzelzelle der römischen Strafanstalt Rebibbia befindet, sei geschockt und verzweifelt. Er könne sich nicht erklären, warum er auf die Carabinieri geschossen hat, hieß es am Montag. 

Preiti ist arbeitslos und geschieden. Nachdem er seine Arbeit verloren hatte, kehrte er seinem Wohnort im norditalienischen Piemont, wo er mit seiner Ex-Frau gelebt hatte, den Rücken und zog zu seinen Eltern nach Kalabrien.

Carabiniere könnte gelähmt bleiben
Indessen besteht weiterhin Sorge um den Gesundheitszustand des 50-jährigen Carabiniere Giuseppe Giangrande. Sein Zustand ist nach wie vor kritisch, nachdem ihm eine Kugel eine schwere Rückenmarksverletzung zugefügt hatte. Er könnte gelähmt bleiben, berichteten die Ärzte des Krankenhauses Umberto I. in Rom.

Stabil ist dagegen der Zustand seines 30-jährigen Kollegen Francesco Negri. Er muss demnächst an den Beinen operiert werden, ist aber auf dem Weg der Besserung. In einem TV-Interview nahm er bereits zu dem Vorfall vor dem Regierungssitz Stellung: "Wir haben den Schützen erst bemerkt, als es zu spät war. Wir haben nicht auf die Schüsse reagiert, weil sich zu viele Menschen auf dem Platz vor dem Regierungssitz befanden."

Regierung verspricht Unterstützung für Familien der Opfer
Die Regierung Letta versicherte unterdessen, dass sie die Familien der Opfer finanziell unterstützen werde. Zugleich wurden der Polizeischutz für prominente Politiker verstärkt und die Kontrollen rund um politische Institutionen.

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