Bruder soll antreten
George W. Bush im TV: “Malen hat mein Leben verändert”
"Ich sehe Farben anders und ich sehe Schatten", sagte Bush, der zugleich betonte, er sei sich der Grenzen seines Könnens bewusst. "Die Unterschrift ist wertvoller als das Gemälde." Er male täglich, wobei er von einem "geduldigen" Lehrer unterstützt werde, so der Ex-Präsident.
Dabei handelt es sich offenbar um eine Frau namens Bonnie Flood. Die Künstlerin outete sich im vergangenen März, nachdem einige Werke ihres Schützlings durch eine Hacker-Attacke an die Öffentlichkeit geraten waren. Flood soll Bush einen Monat lang zur Seite gestanden sein - und zeigte sich erstaunt über die Lernfähigkeit des Ex-Präsidenten: "Er hat alles so schnell aufgenommen, es war erstaunlich", so die Frau gegenüber dem Sender Fox 5.
"Hundephase" überwunden
Das erste Lieblingsmotiv von Bush seien Hunde gewesen (Bild 1). Laut Flood soll der 66-Jährige "mehr als 50 Hunde" gemalt haben. Nach dieser Einstiegsphase habe sich der Neo-Maler Landschaften und auch Selbstporträts zugewendet (Bild 2 zeigt einen Selbst-Akt unter der Dusche). Floods Einschätzung von Bushs Talent überrascht dann doch: "Er wird als großartiger Künstler in die Geschichte eingehen."
Über seine Zukunftspläne meinte Bush gegenüber ABC, er wolle bis zum letzten Atemzug aktiv bleiben. Vorbild in dieser Hinsicht sei sein Vater und Vor-Vorgänger als Präsident, George H. W. Bush. "Ich will nicht ruhen. Ich will dem Beispiel von Präsident 41 folgen und ins Grab sprinten", sagte Bush Junior. Sein Vater ist trotz seiner 88 Jahre und einiger gesundheitlicher Probleme weiter rege. Seinen 85. Geburtstag feierte er beispielsweise mit einem Fallschirmsprung.
Bruder Jeb wäre 2016 "wundervoller Kandidat"
Bush machte außerdem Stimmung für die Kandidatur seines jüngeren Bruders Jeb bei der Präsidentschaftswahl in drei Jahren. "Er wäre ein wundervoller Kandidat, wenn er sich dazu entscheiden würde", sagte der 66-Jährige. Das größte Hindernis für ein Antreten des früheren Gouverneurs von Florida ist allerdings nach Ansicht vieler Beobachter ausgerechnet die umstrittene Bilanz der Präsidentschaft seines älteren Bruders.
Mit Irakkrieg "im Reinen"
Zu dieser zählt zweifellos der Einmarsch im Irak im Frühjahr 2003 (siehe Infobox). Auch dazu ließ sich Bush aus: "Ich bin im Reinen mit dem Entscheidungsprozess. Ich denke, die Beseitigung von Saddam Hussein war die richtige Entscheidung nicht nur für unsere Sicherheit, sondern auch um den Leuten die Chance zu geben, in einer freien Gesellschaft zu leben", so Bush.
"Was mich betrifft, ist die Debatte vorbei. Historiker werden letztlich diese Entscheidungen beurteilen. Ich werde nicht mehr da sein, das zu erleben", sagte Bush. Die Invasion war bekanntlich damit begründet worden, dem Einsatz von Massenvernichtungswaffen durch den irakischen Machthaber Saddam Hussein zuvorzukommen. Diese Waffen wurden jedoch nie gefunden.
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