6 Menschen getötet

Todesschütze in Russland von Polizei festgenommen

Ausland
24.04.2013 08:19
Nach der Schießerei in der russischen Großstadt Belgorod am Montag, bei der sechs Menschen - darunter auch zwei Mädchen im Alter von 14 und 16 Jahren - getötet wurden, hat die Polizei den mutmaßlichen Todesschützen am späten Dienstagabend gefasst. Der 31-Jährige, der erst vor Kurzem aus der Haft entlassen worden war, sei festgenommen worden, als er aus einem Versteck fliehen wollte (Bild), teilte das russische Innenministerium mit.

Der Verdächtige habe demnach bei einem Fluchtversuch einen Polizisten mit einem Messer schwer verletzt, bevor er schließlich am Gelände des Bahnhofs von Belgorod festgenommen wurde. Die Operation in der Stadt rund 570 Kilometer südlich von Moskau habe einem Bericht der Agentur Interfax zufolge Innenminister Wladimir Kolokolzew selbst geleitet. Laut einem Online-Bericht von Russia Today waren rund 2.000 Polizeibeamte und Spezialkräfte an der Jagd nach dem mutmaßlichen Sechsfachmörder beteiligt. Nach seiner Festnahme verweigerte der 31-Jährige die Aussage. Er berufe sich auf die Verfassung, wonach er nicht gegen sich selbst aussagen müsse, teilten die Behörden am Mittwoch mit.

Schwere psychische Probleme und Aggressivität
Laut Medienberichten sollen die Eltern die Behörden informiert haben, dass ihr Sohn mit schweren psychischen Problemen und auffälliger Aggressivität aus dem Gefängnis entlassen worden sei. Sicherheitskräfte warnten die Bewohner in Belgorod vor dem extrem gefährlichen Mann und baten sie darum, in ihren Wohnungen zu bleiben. Das nahegelegene Nachbarland Ukraine verstärkte vorübergehend seinen Grenzübergang.

Der bewaffnete Mann hatte am Montag gegen 14 Uhr ein Jagdgeschäft im Zentrum der Stadt überfallen und dann um sich geschossen. Ein Video auf YouTube zeigt den Ort des Geschehens nach der Tat: Darin sind Einsatzkräfte, eine Menschenmenge und eine in eine blaue Decke gehüllte Leiche zu sehen (Bilder). Das überfallene Geschäft soll dem Vater des Täters gehört haben.

Fahrzeug brachte Ermittler auf Spur von Ex-Häftling
Das am Tatort gesichtete Fahrzeug war bereits kurz nach der Bluttat gefunden worden. Ermittler kamen dem Verdächtigen aufgrund des Kennzeichens auf die Spur. Der 31-jährige Ex-Häftling, der bereits vier Mal wegen unterschiedlicher Straftaten, vorwiegend Eigentumsdelikten, verurteilt worden war, war mit dem Wagen seines Vaters unterwegs - das Familienoberhaupt bestätigte, dass sein Sohn das Auto benutzt hatte, und erklärte zugleich, sein Kind habe zwei Jagdgewehre sowie eine Pistole von zu Hause mitgenommen.

Belgorod hat mehr als 400.000 Einwohner und befindet sich im Westen Russlands. Die Stadtverwaltung kündigte unmittelbar nach der Tat zwei Tage der Trauer an. Den Familien der Getöteten wurde eine Million Rubel (etwa 24.000 Euro) Schadenersatz versprochen.

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