Schlappe für Meloni

Gericht stoppt Asylwerber-Internierung in Albanien

Außenpolitik
11.11.2024 23:04
Porträt von krone.at
Von krone.at

Italiens Regierung kassiert die nächste juristische Schlappe für ihr Albanien-Modell. Ein Gericht in Rom hat nämlich die Internierung von derzeit sieben im italienischen Migrationszentrum in Gjadër in Albanien untergebrachten Asylwerbern ausgesetzt. Die Männer waren erst am Samstag an Bord des Schiffes „Libra“ der italienischen Marine nach Albanien gebracht worden.

Die Einwanderungsabteilung des Gerichts in Rom hat am Montag den Fall an den EuGH verwiesen und die Bestätigung der Internierung der Migranten ausgesetzt. Die sieben Männer aus Ägypten und Bangladesch müssen daher das Zentrum von Gjadër in Albanien verlassen und nach Italien zurückkehren, so Justizquellen.

Streit um sichere Herkunftsländer
Am 18. Oktober hatte dasselbe Gericht die Internierung von zwölf Migranten abgelehnt, die zu der ersten Gruppe gehörten, die im Rahmen des umstrittenen Abkommens der Regierung in Rom über den Betrieb von Migrantenzentren auf albanischem Staatsgebiet nach Albanien gebracht worden waren. Das Gericht lehnte die Inhaftierung der Migranten mit der Begründung ab, dass ihre Herkunftsländer Bangladesch und Ägypten aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs vom 4. Oktober nicht als völlig sicher angesehen werden könnten.

Infolgedessen mussten die zwölf Migranten nach Italien gebracht werden. Die Regierung von Premierministerin Giorgia Meloni hatte daraufhin eine Maßnahme verabschiedet, die eine Liste von 19 sicheren Ländern für die Rückführung enthält, darunter Bangladesch und Ägypten, um das rechtliche Hindernis für die Umsetzung des Albanien-Protokolls zu überwinden.

Regierung in Rom will berufen
Ein Gerichtsurteil des Europäischen Gerichtshofs im Oktober stellt klar, dass Länder nur dann als sicher gelten können, wenn alle Menschen dort frei von Diskriminierung sind. Matteo Salvini, Vizepremier und Lega-Chef, kritisierte das Urteil scharf und sah darin eine politische Entscheidung gegen Italien. Das Thema ist besonders relevant, da Italien stark von der Migration über das Mittelmeer betroffen ist. Der italienische Innenminister Matteo Piantedosi verteidigte den Albanien-Plan gegen Kritik der Opposition und kündigte eine Berufung an.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Außenpolitik
11.11.2024 23:04
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung