Nach zwei Jahren an der Landesspitze der SPÖ in Oberösterreich lässt mit Ende des Monats Michael Lindner (41) die Politik hinter sich. Die Entscheidung für seine Familie und gegen diese Karriere hat alle Politiker im Lande – auch die aus der eigenen Partei – „kalt erwischt“.
Niemand in Oberösterreichs Polit-Landschaft, weder in der SPÖ noch Vertreter anderen Parteien waren auf den Abgang von SPOÖ-Chef und Landesrat Michael Lindner (41) vorbereitet, den er offiziell am Samstag verkündete.
Die Nachricht vom Rücktritt Michael Lindners hat mich überrascht, aber es gilt natürlich, die persönliche Entscheidung zu respektieren.
Thomas Stelzer, Landeshauptmann und VP-Chef in Oberösterreich
„Zu akzeptieren“
„Überrascht“ stand in sämtlichen Stellungnahmen, was Entscheidung und Zeitpunkt betrifft, aber weniger bezüglich der Begründung: nämlich mehr Zeit für die Familie zu haben. „Der Rücktritt ist ein Signal, wie wichtig es ist, Verantwortung in der Familie gemeinsam zu tragen und gerecht aufzuteilen“, sagte seine Stellvertreterin Eva-Maria Holzleitner.
In der Spitzenpolitik zu arbeiten, ist eine große Herausforderung für Familien. Hier die richtige Balance zu finden, ist nicht einfach.
Stefan Kaineder, Landessprecher der Grünen in OÖ und Landesrat
Arbeiterkammer-Präsident und SPOÖ-Vizeparteichef Andreas Stangl: „Die persönliche Entscheidung ist zu akzeptieren. Der Zeitpunkt ist leider so gewählt.“ SPOÖ-Clubchefin Sabine Engleitner-Neu meinte, dass „die Entscheidung Lindner menschlich auszeichnet. Man findet in der Spitzenpolitik nicht viele Menschen mit kleineren Kindern, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie leben können.“
Ziel muss sein, dass die Rahmenbedingungen so sind, dass Politik und Familie kein Entweder-oder, sondern ein Sowohl-als-auch sind.
Eva-Maria Holzleitner, Vize-SPOÖ-Vorsitzende und NR-Abgeordnete
Kritischer Einwand
Der Linzer FP-Stadtrat Michael Raml kritisch: „Bei aller Rücksichtnahme auf Lindners private Entscheidung darf man dennoch nicht vergessen, dass die SPÖ gerade in der Landeshauptstadt Linz und auch im gesamten Bundesland durchzogen ist von personellen Ausfällen. Das führt zu Unplanbarkeit.“
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