Rosenkrieg um Töchter

Arge Vorwürfe gegen Vater: Mutter verliert Kinder

Niederösterreich
29.10.2024 06:00

Helle Aufregung im Bezirk Tulln. Dort entzog man einer angesehenen Mutter die Töchter, weil sie dem Vater sexuellen Missbrauch vorwarf. Die Kinder hätten dabei immer ein tadelloses Erscheinungsbild gemacht, heißt es aus der Bevölkerung. Das Höchstgericht urteilte jedoch anders, weil die fälschliche Opferrolle der Kindesentwicklung schadet.

Kopfschütteln herrscht in der Heimatgemeinde der Frau, denn ihre Kinder machten immer einen „gepflegten und wohlbehüteten Eindruck“. Und obwohl auch das Jugendamt keine Gefahr feststellte, wurden der in der Region angesehenen Mutter jetzt drei ihrer vier Töchter – die Älteste stammt von einem anderen Vater – weggenommen und die alleinige Obsorge dem Ex-Partner übertragen.

Streit um Kontakt und Obsorge seit 2022
Seit der Trennung 2022 stritt das Paar über Obsorge und Kontaktrecht. Bald tauchten Vorwürfe gegen den Vater auf, sexuell übergriffig geworden zu sein, was auch zur Folge hatte, dass er die Kinder nur neunmal unbegleitet gesehen hat. Bezirkshauptmann Andreas Riemer erklärt, dass das Amt den Anschuldigungen nachgegangen sei – sie hätten sich aber als haltlos erwiesen.

Keine Gefährdungsmeldung aus dem Kindergarten
Eine Pädagogin, die die Mädchen betreute, war für die „Krone“ nicht erreichbar. Das zuständige Landesamt beruft sich auf den Datenschutz, inoffiziellen Quellen zufolge soll es aber aus dem Kindergarten keine Gefährdungsmeldung gegeben haben, was auch Riemer bestätigt.

Viele Menschen in der Region, die die Familie kennen, können nicht fassen, dass die Mama ihre Kinder selten und nur mehr begleitet sehen darf. Man spricht von einem Justizirrtum und von skandalösen Gutachten.

Gericht: Falsche Behauptung gefährdet Kindeswohl
Denn bis das Höchstgericht die Kindesabnahme bestätigte, erklärten zwei Psychologen, dass Missbrauchsvorwürfe der Mutter das Kindeswohl gefährden. Der Aufbau von Selbstwert, die Identitätsentwicklung sowie das Vertrauen der Mädchen, sich auf andere einzulassen, würden mit der fälschlichen Opferzuschreibung über die Zeit zutiefst erschüttert werden. Verzweifelt reagiert die Mutter auf „Krone“-Nachfrage. Sie hoffe, dass sich die Situation bald bessere.

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