Lange wurde gemunkelt, nun ist klar: Deutschlands größter Auto-Hersteller Volkswagen will mindestens drei Werke schließen. Zehntausende Arbeitsplätze soll es bald nicht mehr geben, ganze Abteilungen könnten ins Ausland verlagert werden.
„Alle deutschen VW-Werke sind von diesen Plänen betroffen. Keines ist sicher!“, warnte Betriebsrat-Chefin Daniela Cavallo (49) am Montag in einer Rede die Beschäftigten.
Es ist das feste Vorhaben, die Standortregionen ausbluten zu lassen. Und es ist die klare Absicht, zehntausende Volkswagen-Beschäftigte in die Massenarbeitslosigkeit zu schicken.

Daniela Cavallo
Bild: AFP/RONNY HARTMANN
„Das ist der Plan des größten deutschen Industriekonzerns, in seiner Heimat Deutschland den Ausverkauf zu starten. Es ist das feste Vorhaben, die Standortregionen ausbluten zu lassen. Und es ist die klare Absicht, zehntausende Volkswagen-Beschäftigte in die Massenarbeitslosigkeit zu schicken“, führte Cavallo aus. Dabei gehe es „um alle Arten von Arbeit. Egal, ob dahinter angelernte Tätigkeiten stehen oder Qualifikationen mit einem Hochschulabschluss“, so Cavallo. „Niemand von uns kann sich hier also noch sicher fühlen!“
Bis zu 18 Prozent weniger Gehalt
Jene Mitarbeiter, die der Stellenabbau nicht betrifft, dürften künftig deutlich weniger verdienen. Laut dem Betriebsrat sind Einkommenskürzungen von bis zu 18 Prozent angedacht. Langfristig wolle das Management zehn Prozent weniger Monatsgehalt zahlen, zwei Nullohnrunden in den Jahren 2025 und 2026 durchsetzen und auch Zulagen sowie Boni streichen, verkündete Cavallo.
„Vorstand hat alles angezündet“
Bei den Schließungen könnte laut dem Betriebsrat das Werk in Osnabrück im Visier sein. Es hatte vor kurzem einen Folgeauftrag von Porsche verloren. Cavallo konstatierte: „Fakt ist: Der Vorstand hat der Belegschaft hier alles angezündet, er hat alles in Flammen gesetzt – und sich dann verdrückt. Ein solches Verhalten ist schäbig. Es hat mit Wertschätzung rein gar nichts mehr zu tun. Aber dahinter steckt System.“
Deutscher Kanzler: VW muss Jobs
erhalten
Die deutsche Regierung hat indes VW dazu aufgefordert, Jobs zu erhalten. Man müsse noch abwarten, was Volkswagen selbst dazu erklärt, meinte ein Regierungssprecher nach Angaben des Betriebsrats. Die Haltung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) dazu sei aber klar – „nämlich, dass mögliche falsche Managemententscheidungen aus der Vergangenheit nicht zu Lasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gehen dürfen“.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.