"Scandinavian Star"
Experten: Brand auf Fähre mit 159 Toten war geplant
Bisher hatte ein dänischer Lastwagenfahrer, der selbst auf der Fähre ums Leben kam, als alleiniger Brandstifter und Verursacher der Katastrophe gegolten. Er sei ein vorbestrafter Pyromane, hieß es damals. Nun brachte die Kommission rund um den schwedischen Brandexperten Hakon Winterseth einen neuen, noch schwerwiegenderen Verdacht auf: Der Besitzer und einzelne Crewmitglieder sollen für das Feuer verantwortlich sein.
Die Expertengruppe begründete ihre neue Perspektive mit zahlreichen "mysteriösen und unbeachtet gebliebenen Vorgängen" im Zuge des Unglücks. So habe der Eigner die "Scandinavian Star" kurz vor dem Unglück neu und auffällig hoch versichert. Nach Ausbruch des zentralen Brandherdes hätten Besatzungsmitglieder große Fensterscheiben mit Stühlen eingeworfen. Dadurch habe sich das Feuer schneller ausbreiten können. Ein Zeuge habe zudem berichtet, dass der Maschinenchef der Fähre nach dem Unglück "einen Umschlag mit 800.000 norwegischen Kronen" (umgerechnet rund 100.000 Euro) überreicht bekommen habe.
Durch die neuen Erkenntnisse wurden in Norwegen die Rufe nach einem neuerlichen Aufrollen des tragischen Falles wieder lauter. In der Zeitung "Aftenposten" sprach sich auch der für die letzte offizielle Untersuchung verantwortliche ehemalige Staatssekretär Oystein Meland für eine neue amtliche Aufarbeitung aus: "Es gibt Elemente, die unklar sind."
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