VR China, Taiwan

Neuer Vogelgrippe-Erreger: 6 Tote, mind. 20 erkrankt

Ausland
07.04.2013 13:34
Nach dem Auftauchen des neuen, auch für den Menschen gefährlichen Vogelgrippe-Erregers H7N9 ist die Zahl der Erkrankten auf mindestens 20 gestiegen. Am stärksten befallen ist die chinesische Millionenstadt Shanghai, wo der Erreger auf Lebensmittelmärkten nachgewiesen wurde. Bisher sind in China sechs Menschen dem Virus erlegen. Die örtlichen Gesundheitsbehörden meldeten am Sonntag erstmals zwei Fälle aus Taiwan.

Chinas Nachrichtenagentur Xinhua meldete am Samstag, das Virus sei auf zwei Märkten mit landwirtschaftlichen Produkten in Shanghai gefunden worden. In der Nähe der betroffenen Orte liegt der Geflügelmarkt Huhuai. Dort hatten sich Tauben mit dem Virus infiziert. Nach Bekanntwerden der Fälle wurden in den vergangenen Tagen 20.000 Hühner, Enten, Gänse und Tauben getötet.

In einem weiteren Schritt verboten die Shanghaier Behörden die Einfuhr von lebendem Geflügel aus anderen Landesteilen sowie den Verkauf von Wildvögeln als Haustiere. Trotz Schließung aller Geflügelmärkte dürfen Eier sowie frisches und gefrorenes Geflügelfleisch weiterhin angeboten werden.

Viele verunsicherte Bewohner der 23-Millionen-Stadt griffen zu Gesichtsschutzmasken, in Apotheken gingen traditionelle chinesische Grippeschutzmittel zur Neige. Neben Shanghai haben auch andere chinesische Großstädte ihre Schutzvorkehrungen verstärkt: In der Acht-Millionen-Metropole Nanjing wurden laut Xinhua sämtliche Märkte mit Verkaufsständen für Geflügel geschlossen. In Hangzhou südlich der Hauptstadt Peking seien nach der Entdeckung infizierter Wachteln massenweise Vögel gekeult worden. Unterdessen wurde das Virus auch im Osten des Landes nachgewiesen.

WHO: Keine Übertragung von Mensch zu Mensch
Erste Untersuchungen der WHO deuten darauf hin, dass sich der neue Erreger mit den antiviralen Medikamenten Tamiflu und Relenza behandeln lässt. Das Virus kann offenbar nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden, die genauen Infektionswege sind aber noch unbekannt.

Dennoch geht in China die Angst vor einer Epidemie um. Viele Investoren verkauften am Freitag Aktien von Fluggesellschaften: Air China, China Southern und China Eastern stürzten um knapp zehn Prozent ab. Bei der Lufthansa betrug der Rückgang mehr als fünf Prozent.

Vor etwa zehn Jahren hatte der Ausbruch der Lungenkrankheit Sars die Branche in eine Krise gestürzt. Damals wurden weltweit 8.000 Infektionen gezählt. Auch das Auftauchen des aggressiven Vogelgrippe-Virus' H5N1 vor einigen Jahren hatte Befürchtungen angeheizt, dass es zu einer weltweiten Epidemie kommen könnte.

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