"Schutz unmöglich"
Nordkorea empfahl Botschafter-Abzug aus Pjöngjang
Russland prüfe die Bitte, plane zum jetzigen Zeitpunkt aber keine Evakuierungen, erklärte Denis Samssonow, ein Sprecher des russischen Außenministeriums, am Freitag. "Wir befinden uns im Entscheidungsprozess." Der russische Außenminister Sergej Lawrow zeigte sich besorgt von der Lage. "Wir klären gerade die Einzelheiten, dann treffen wir eine Entscheidung", so Lawrow. Russland stehe jedenfalls im engen Kontakt mit seinen internationalen Partnern.
Ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter des russischen Außenministeriums schloss eine Evakuierung der Botschaft in Pjöngjang allerdings nicht aus. "Vorrang hat die Sicherheit unserer Bürger", betonte der Diplomat. Er warnte vor "unüberlegten Schritten" im Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm. "Das Überschreiten der roten Linie kann verhängnisvoll sein", sagte er. Keine Seite dürfe die Kriegsgefahr auf der Halbinsel weiter schüren.
"Botschaften können im Ernstfall nicht geschützt werden"
Nordkorea empfahl auch der deutschen Regierung, die deutsche Botschaft in Pjöngjang zu räumen. Großbritannien dagegen wurde vor Gefahren für das britische Botschaftspersonal in Pjöngjang gewarnt. Man habe eine Mitteilung erhalten, in der stehe, dass Nordkorea "im Falle eines Konflikts nach dem 10. April" nicht in der Lage sei, Botschaften und internationale Organisationen zu schützen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in London am Freitag. Eine Aufforderung zur Evakuierung der Vertretung habe es aber nicht gegeben.
Es gebe auch keine Pläne, die Botschaft zu räumen, hieß es weiter. Vielmehr müsse Nordkorea mit der internationalen Gemeinschaft zusammenarbeiten und sich verantwortungsvoll verhalten, sagte der Sprecher. Die Warnung bezeichnete er als "Teil der derzeitigen Rhetorik Nordkoreas".
Vertreter der EU-Staaten arbeiten an einheitlicher Reaktion
Die Botschaften der EU-Staaten in Nordkorea wollen möglichst einheitlich auf die von der Regierung nahegelegte Räumung der diplomatischen Vertretungen in Pjöngjang reagieren. "Die Botschaften an Ort und Stelle stehen in ständigem Kontakt, um die Lage einzuschätzen", sagte eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton in Brüssel. Sie nahm nicht zu Medienberichten Stellung, wonach sich die Leiter der Botschaften in Pjöngjang an diesem Samstag treffen wollen.
Nordkorea gehört zu den wenigen Ländern, in denen die Europäische Union nicht mit einer eigenen diplomatischen Vertretung präsent ist. Von den 27 EU-Mitgliedern sind aktuell nur sieben in Pjöngjang mit Botschaftern vertreten. Österreich ist nicht darunter, die Vertretung in Seoul ist sowohl für Süd- als auch für Nordkorea zuständig.







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