Bei Bau gepfuscht
Dutzende Tote bei Hauseinsturz in Mumbai
Mit Baggern und Stahlschneidern versuchten Helfer und Anrainer, sich durch Trümmer, Stahl und Beton zu arbeiten. Als es gelang, zwei Kleinkinder lebend zu bergen, gab es Jubel und Applaus.
Zunächst stürzte Polizeiangaben zufolge ein Teil des im Bau befindlichen siebenstöckigen Gebäudes ein, kurz darauf sei der Rest zusammengebrochen. Bei den Opfern handle es sich um Wander-Bauarbeiter und deren Angehörige.
"Ich sah das Gebäude einstürzen wie ein Kartenhaus"
Teilweise lebten die Menschen bereits in dem Rohbau, so etwa die Schülerin Hasina Shaikh und ihre Familie, die im fünften Stock wohnten. Sie sei gerade von der Schule nach Hause gekommen, als sich das Unglück ereignete, sagte Hasina der Zeitung "DNA". "Als ich wieder zu Bewusstsein kam, war ich im Krankenhaus."
Der 36-jährige Mohammed Anwar beobachtete den Einsturz von außen, während sein Schwiegervater im Inneren Schreinerarbeiten vornahm. "Ich sah das Gebäude einstürzen wie ein Kartenhaus", berichtete er der Zeitung.
Fahndung nach geflüchteten Bauherren
Die Behörden leiteten Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung ein. Es gebe zwei Bauherren, nach denen gesucht werde. Der Bau sei nicht genehmigt gewesen, sagte der Sprecher der Verwaltung von Thane, Sandeep Malvi. Die Zeitung "The Hindustan Times" berichtete, dass möglicherweise Bauvorschriften missachtet worden seien. Sieben Stockwerke seien in "kaum drei oder vier Monaten errichtet worden". Die Baustoffe seien "minderwertig" gewesen, zitierte die Zeitung den Chef des Katastrophenstabs.
In Indien kommt es häufig zu Gebäudeeinstürzen. Oftmals werden beim Bau von mehrstöckigen Häusern die Vorschriften missachtet und Sicherheitsauflagen ignoriert. Bei einem der schlimmsten Unglücke dieser Art waren 2010 insgesamt 69 Menschen ums Leben gekommen, als ein im Bau befindliches Wohnhaus in Neu Delhi einstürzte.
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