Im Katastrophenfall sollen künftig neben Mobiltelefonen auch andere digitale Empfangsgeräte die Menschen in Österreich warnen. Schon bald könnten etwa Digitalradios oder digitale Anzeigetafeln Warnungen aussenden, gab die Rundfunk- und Telekom-Regulierungsbehörde RTR am Mittwoch bekannt.
Bereits am 5. Oktober wurde eine Sirenenprobe durch den neuen AT-Alert ergänzt, der akustische Signale und Textmeldungen auf Handys aktiviert hat. Mit der Einführung der Mobilfunktechnologie „Cell Broadcast“, die den AT-Alert möglich macht, komme Österreich nun einer EU-Regelung für die elektronische Kommunikation nach, so Vertreter des Innenministeriums. Zwar laufe noch der Testbetrieb, aber nach dem 5. Oktober wurde der AT-Alert bereits vierzehn Mal anlässlich von Unwettern und einmal wegen eines Brands in Niederösterreich ausgelöst.
„Breiter Warnmittelmix“
Ziel sei nun ein breiter Warnmittelmix. Neben klassischen Kommunikationsmitteln wie Sirenenalarm und ORF sollen zukünftig unter anderem DAB+-kompatible Geräte, Fahrgastinfo-Displays oder Apps wie Facebook, X und die WienApp die Bevölkerung im Notfall informieren.
Es werde angestrebt, „immer 100 Prozent der Betroffenen zu erreichen“, so Roman Bayer, Projektverantwortlicher für den AT-Alert im Innenministerium. Jedoch werde die Funktionalität des „Cell Broadcasts“ auf betroffene Gebiete beschränkt. Einen Überblick zu Warnungen in ganz Österreich soll es dafür auf der RTR-Website warnung.at-alert.at geben.
Laut Bayer ist das Broadcast-System anonym und Rückverfolgungen von Daten sind nicht möglich. Es sei „keine Anmeldung, kein Download, keine Registrierung“ notwendig, um AT-Alerts zu erhalten. Auslösungen von Warnungen werden nur im Auftrag der Behörden erlaubt sein, ergänzte Hermann Bühler, der die konzeptionelle Verantwortung des AT-Alerts trägt.
Eine Mehrsprachigkeit der Warnmeldungen ist – abgesehen von Englisch – nicht vorgesehen, da solche in der Regel spontan geschrieben werden.
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