Wirst du auch demonstrieren? Das fragten mich junge Kolleginnen, als sie von der Lehrerinnen-Kundgebung der Fraktion Christlicher Gewerkschafter hörten, die am Donnerstagabend vor der Wiener Bildungsdirektion stattfand. Das Motto lautete: „Wir schaffen das nicht mehr.“
Diesen Eindruck teile ich. Ob sie schwarz, rot oder unabhängig sind, Lehrergewerkschaftern sollte das ebenfalls bewusst sein. Weshalb blieben sozialdemokratische Gewerkschafter also der Demo fern?
Nun, es wurde vor der roten Bildungsdirektion demonstriert. Weshalb nicht auch vor dem Ministerium? Nun, das ist bekanntlich schwarz. Die Roten geben den Schwarzen, diese wiederum dem roten Wien die Schuld an unserer Bildungsmisere. Unabhängige Gewerkschafter sehen das Versagen bei beiden, in jedem Fall jedoch bei der FPÖ. So drehen wir uns bei der Problemlösung weiterhin munter im Kreis, leider rasant abwärts.
Ich hätte eine verwegene Idee: Eine Großdemonstration für ein von Grund auf erneuertes Bildungssystem. Autonomie leben, nicht nur davon reden. Ressourcen zielgerichtet verteilen und einsetzen. Behält jemand in diesem Wirrwarr von Ministerium, neun Bildungsdirektionen und Vereinen eigentlich den Überblick?
Alle Gewerkschaftsfraktionen wären da, Elementarpädagoginnen, Schüler- und Elternvertretungen ebenfalls.
Auf diese Demo würde ich mit Begeisterung gehen. Der Donnerstags-Demo jedoch bin ich ferngeblieben.
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