Ein bereits entlassener und langjähriger Angestellter einer Salzburger Raiffeisenbank-Filiale hat über viereinhalb Jahre das Ersparte von 14 Kunden eingesackt. Wegen seiner Spielsucht. Beim Prozess legte der Einheimische ein Geständnis ab und zeigte Tränen.
Mehr als 30 Jahre arbeitete der angeklagte Familienvater (49) als Kundenberater bei einer Salzburger Raiffeisenbank-Filiale. Seine Stellung, sein Wissen und sein „starkes Vertrauensverhältnis“ zu 14 Bankkunden nutzte er aus und bediente sich bei den Wertdepots und Sparbüchern. „Er hat das Geld der Kunden für sich und seine Spielsucht verwendet“, so Staatsanwältin Sabine Krünes beim Prozess am Mittwoch im Landesgericht.
Klagen gegen Sportwett-Anbieter angekündigt
Dazu bediente er sich Tricks: Er duplizierte Sparbücher, um die Geldentnahmen zu vertuschen, und fälschte Unterschriften. Das Ganze lief von 2019 bis Jänner 2024. Da packte er selbst aus, als er auf sein überzogenes Konto angesprochen wurde. Danach kam es zur Entlassung. Krünes: „Die Kunden wurden von der Bank schadlos gehalten.“ 1,3 Millionen Euro habe er dem Raiffeisenverband an Schaden verursacht. „ Er hat immer versucht, durch das Spielen den Schaden zu decken“, führte Verteidiger Kurt Jelinek aus und kündigte Zivilklagen gegen Online-Sportwettanbieter an.
Der Angeklagte zeigte Tränen, nannte die Suchterkrankung als Motiv: „Ich war komplett im Tunnel. Die Sucht hat mein Leben bestimmt.“ Jetzt nehme er Therapiestunden und will den Schaden zurückzahlen. Das nicht rechtskräftige Urteil: Zwei Jahre teilbedingte Haft, acht Monate unbedingt. Damit sei eine Fußfessel möglich.
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