Vor 300.000 Menschen

Papst Franziskus auf Petersplatz ins Amt eingeführt

Ausland
19.03.2013 11:02
Eine knappe Woche nach seiner Wahl im Konklave wurde Papst Franziskus am Dienstag offiziell in sein Amt eingeführt. Am Vormittag fand auf dem Petersplatz in Rom die feierliche Messe statt, die von 180 Kardinälen und Bischöfen mitzelebriert wurde. Der Pontifex trug eine einfache weiße Soutane und beigeisterte viele Gläubige einmal mehr durch seine Volksnähe. Beim Gottesdienst appellierte Franziskus für mehr Respekt gegenüber der Schöpfung und sagte, man solle "keine Angst vor Zärtlichkeit" haben.

Rund 300.000 Menschen versammelten sich laut Schätzungen auf dem Petersplatz und in den umliegenden Straßen der italienischen Hauptstadt. Unter den Gläubigen waren viele Pilger und Touristen aus Lateinamerika, die Fahnen Argentiniens, der Heimat des neuen Papstes, und des Vatikans schwenkten. Zahlreiche Jugendliche hatten die Nacht in Schlafsäcken in der Nähe des Petersplatzes verbracht.

Der neue Papst wirkte bewegt. Als er vor Beginn des Gottesdienstes stehend in einem Jeep auf dem Petersplatz erschien, wurde er von langem Applaus begrüßt. "Franziskus, Franziskus", riefen die Gläubigen, die sich bereits am frühen Dienstag auf dem Platz versammelt hatten. Der Pilgerandrang ebbte auch während der Messe nicht ab. Tausende Menschen verfolgten die Zeremonie auf Großbildschirmen rund um den Petersplatz (Bilder in der Infobox).

Papst bekam Fischerring und Pallium
Vor der Einführungsfeier hatte der Papst kniend am Grab des Apostels Petrus gebetet. Im Rahmen des Gottesdienstes erhielt der 76-Jährige den Fischerring - in Erinnerung an den Apostel und ersten Papst Petrus - sowie das Pallium, ein mit schwarzen Kreuzen besticktes weißes Band aus der Wolle eines gesegneten Lamms. Damit begann das Pontifikat von Franziskus endgültig.

Franziskus bezog sich beim Gottesdienst mehrfach auf den Heiligen Josef, dem das kirchliche Hochfest am 19. März, dem Tag seiner Amtseinführung, gewidmet ist. Er appellierte an die Gläubigen, dem Beispiel Josefs zu folgen und die Geschenke Gottes zu behüten.

Schutz der Schöpfung, keine Angst vor Zärtlichkeit
Konkret mahnte Franziskus Spitzenkräfte aus Politik, Wirtschaft und dem sozialen Bereich, die Umwelt zu schützen. Man dürfe nicht zulassen, dass "Zeichen der Zerstörung und des Todes" die Welt bedrohen. Der Mensch müsse jedoch auch sein Herz reinigen. "Hass, Hochmut und Neid beschmutzen das Leben", warnte Franziskus.

Zugleich sagte der Papst, man dürfe "keine Angst vor Güte und Zärtlichkeit" haben. Zärtlichkeit sei ein Zeichen der Stärke. Auch er selbst müsse sich bei der Ausübung seines Amtes den "bescheidenen und konkreten Dienst des Heiligen Josef" als Beispiel nehmen und sich vor allem um die Schwächsten und die Armen kümmern. "Nur wer mit Liebe dient, kann beschützen", sagte Franziskus.

Weltweites Medienspektakel
Delegationen aus 132 Ländern beteiligten sich an der Messe, die von unzähligen Fernsehstationen live übertragen wurde. Unter anderem waren Italiens Präsident Giorgio Napolitano, der scheidende Regierungschef Mario Monti, US-Vizepräsident Joe Biden und die argentinische Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner vor Ort. Aus Österreich reisten unter anderem Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Michael Spindelegger an.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
19.03.2013 11:02
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung