Wie berichtet, hatten die Täter am 4. März das Geschäft in der Klagenfurter Fußgängerzone gestürmt, Vitrinen und den Tresor ausgeräumt und dann die Flucht ergriffen. Der Überfall dauerte nur zwei Minuten, der Wert der Beute - hochpreisige Markenuhren sowie Schmuckstücke - liegt im sechsstelligen Bereich. Ein Täter flüchtete zu Fuß, der zweite mit einem Fahrrad. Ein Passant schoss von Letzterem zwei Handyfotos. Dank der Bilder konnte die Polizei das Gefährt als Mietfahrrad eines Hotels identifizieren.
Auto führte zu Verdächtigen
Im Zuge der Ermittlungen konnte die Exekutive zwei Verdächtige ausmachen, die in diesem Hotel zum Zeitpunkt des Juwelierüberfalles unter Angabe falscher Namen eingecheckt hatten. Laut Gottlieb Türk, Leiter des Landeskriminalamts Kärnten, entdeckte die Polizei dann eine weitere Spur: Ein Auto mit serbischen Kennzeichen hatte während des Aufenthalts der Verdächtigen stets in der Nähe des Hotels geparkt.
Mithilfe des Bundeskriminalamts fanden die Ermittler heraus, dass das Fahrzeug mit den beiden Verdächtigen an Bord am 27. Februar die Grenze von Serbien nach Ungarn passiert hatte. Bei den Männern handelt es sich um amtsbekannte Straftäter, die in ihrer Heimat sowie in anderen Länder, auch via Interpol, gesucht werden. Sie sollen insbesondere für mehrere Bank- und Juwelierüberfälle verantwortlich sein - etwa auch für einen Raubüberfall auf denselben Klagenfurter Innenstadtjuwelier vor zwei Jahren. Die Ermittlungen in diesem Zusammenhang sind nicht abgeschlossen, noch werden gesicherte Spuren abgeglichen.
Räuber eventuell noch in Österreich
Nach dem aktuellen Überfall dürften sich die Täter eine Weile in der Nähe des Tatortes aufgehalten haben und erst später geflüchtet sein. Es sei auch nicht ausgeschlossen, dass sich die Verdächtigen im Augenblick in Österreich aufhalten, eventuell sogar neue Straftaten planen und durchführen, so Türk.
Ermittelt wird auch noch in Richtung zweier Hintermänner, die der Polizei beim ersten Überfall auf den Innenstadtjuwelier aufgefallen sind. Die Mitarbeiterinnen haben die Verdächtigen auf den Fahndungsfotos "eindeutig identifiziert", sagte Türk.
Täter "flüchten um jeden Preis"
Die unmittelbaren Täter, sogenannte "Soldaten", werden bei den "Pink Panther" in der Regel nur "relativ geringfügig" entlohnt, weiß der LKA-Chef zu berichten. "Sie bekommen einen meist nur vierstelligen Betrag." Viele von ihnen seien übrigens tatsächlich ehemalige Soldaten, weshalb auch eine besondere Gefährlichkeit von ihnen ausgehe. "Sie sind fluchtgefährlich, das heißt, sie flüchten um jeden Preis."
Erst am Donnerstag wurde ein Überfall auf einen Wiener Innenstadtjuwelier geklärt. Alle zwölf mutmaßlichen Täter konnten der "Pink Panther"-Bande zugeordnet werden (siehe Infobox).
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