Streit in NÖ eskaliert

Raubprozess! Oberarzt zu Opfer: „Du fette Nudel“

Gericht
30.09.2024 15:35

Als sich der Streit mit seiner 64-jährigen Nachbarin ausweitete, brannten bei dem anerkannten Mediziner aus Niederösterreich alle Sicherungen durch. In der Verhandlung im LG Korneuburg gesteht der unbescholtene Familienvater mit gesenktem Haupt: „Ich schäme mich sehr dafür!“

Weil sie über ihn vor der Polizei als Zeugin in einem Verfahren, in dem er Opfer war, aussagen musste, entfachte zwischen einer 64-Jährigen und dem 52-jährigen Oberarzt aus Niederösterreich ein Nachbarschaftsstreit. Der am 7. Oktober 2023 eskalierte.

Laut Anklage soll der Arzt ein Räuber sein. In ihrer Garage habe er die Seniorin am Hals gepackt und gewürgt. Als sie mit dem Handy Hilfe holen wollte, soll ihr der Familienvater das Gerät entrissen und gegen den Kopf geschlagen haben. „Du fette Nudel. Ich weiß genau, wo du am Abend spazieren gehst, da werde ich dir eine über die Rübe ziehen“, schimpfte er.

Entrissenes Handy im Mistkübel entsorgt
„Die Geschichte hat eine Eigendynamik entwickelt, aber es gab ein Vorgeschehen, wo er das Opfer war“, sagt sein neuer Verteidiger Philipp Winkler am zweiten Verhandlungstag in Korneuburg. Zum Prozessauftakt hatte der Angeklagte die Geschehnisse vehement bestritten. Während das Opfer beharrlich bei ihren Angaben blieb.

Philipp Winkler verteidigte den Arzt im Landesgericht Korneuburg.
Philipp Winkler verteidigte den Arzt im Landesgericht Korneuburg.(Bild: Gerhard Bartel)

Die Pattstellung, wo Aussage gegen Aussage stand, löste der Arzt am Montag auf und gestand: „Ich hab mich sehr über Frau D. geärgert. Sie wollte die Polizei holen. Deshalb hab ich ihr das Handy weggenommen und bin auf und davon. Das Handy hab ich auf der Straße in den nächsten Mistkübel gehaut.“

6000 Euro Diversion und 660 Euro Schmerzensgeld
Weil der Bereicherungsvorsatz und somit der Raub durch das glaubhafte Geständnis wegfiel, erklärte sich auch der Staatsanwalt zu einer Diversion bereit. 6000 Euro plus 660 Euro Schmerzensgeld, dafür wird das Strafverfahren eingestellt und keine Meldung an die Ärztekammer erstattet.

In dem Haus will der Arzt nach dem Vorfall nicht bleiben: „Wir wollen im Frühjahr wegziehen“, sagt er und äußert sich im Gerichtssaal auch zu seiner heftigen Wortwahl gegenüber dem Opfer am Tattag: „Ich schäme mich sehr dafür!“

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