Wegen Imageschaden
Luxuswerft will Milliardärs-Witwe verklagen
Als die Superjacht Bayesian vor der Küste Siziliens untergeht, verliert Milliardärsgattin Angela Baraces nicht nur ihren Ehemann und ihre Tochter (18), sondern überlebt die Tragödie selbst nur knapp. Nun droht der Witwe ein rechtliches Nachspiel: Die Luxuswerft möchte sie wegen des Imageschadens verklagen.
Insgesamt verloren sieben Menschen bei dem Jachtunglück Mitte August ihr Leben. Das Schiff war während eines Unwetters aus noch ungeklärten Gründen gesunken. Die Werft The Italian Sea Group hatte die 56 Meter lange Jacht zuvor als unsinkbar beworben.
Bilder vom Einsatz der italienischen Feuerwehr, die die Leichen barg:
Das Unternehmen hatte bereits kurz nach dem Unglück schwere Vorwürfe gegen die Besatzung erhoben: Das Schiff wäre nicht untergegangen, wenn die korrekten Manöver durchgeführt worden wären. Der Besatzung seien eine Reihe „unbeschreiblicher, unvernünftiger Fehler“ unterlaufen. Konstruktionsfehler seien ausgeschlossen.
Besatzung soll ungeeignet gewesen sein
Deshalb fordert das Jachtunternehmen insgesamt 222 Millionen Euro für den entstandenen Imageschaden. Die Klage richtet sich auch gegen die Milliardärswitwe Angela Bacares– sie habe durch die Auswahl einer ungeeigneten Besatzung und deren Handeln Mitschuld an dem Drama. Die Frau war offiziell die Eignerin der Megajacht. Anwälte seien bereits engagiert worden, eine formelle Klage sei allerdings noch nicht genehmigt worden. Neben der von der Witwe verwalteten britischen Firma Revtom Limited soll auch gegen einen internationalen Betreiber von Luxusjachten, Camper & Nicholsons Ansprüche erhoben werden.
In diesem Beitrag ist Mike Lynch mit seiner Gattin Angela Bacares zu sehen:
Kapitän im Visier der Ermittler
Die Polizei ermittelte bereits kurz nach dem Unglück, ob der niederländische Kapitän James Cutfield, der sich von der Bayesian retten konnte, die Gefahr durch das Unwetter unterschätzt haben könnte. Der 51-Jährige gilt als sehr erfahren. „Der Sturm kam aus heiterem Himmel“, hatte der Kapitän nach dem Sinken erklärt. Das Unternehmen ist aber der Ansicht, dass der Kapitän der Aufgabe, die Jacht zu steuern, nicht gewachsen war.
Unter den sieben Todesopfern waren neben dem Milliardär Mike Lynch und seiner Tochter Hannah Lynch auch der Manager der Investmentbank Morgan Stanley International, Jonathan Bloomer, seine Frau Anne Elizabeth, der Anwalt Chris Morvillo und dessen Frau Nada. Der Großteil der zehnköpfigen Besatzung konnte sich aus dem Schiff retten, nur Bordkoch Thomas Recaldo starb.
Das Wrack der Luxusjacht liegt indes noch immer in 56 Meter Tiefe. Sie soll geborgen werden, dafür gibt es aber noch keinen Termin.











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