Tote vor Palermo
Wie die Luxusjacht untergegangen sein könnte
Drei Tage nach dem Untergang der Luxusjacht Bayesian vor Sizilien haben Taucherinnen und Taucher die Leichen von sieben Menschen geborgen. Vermutet wird, dass das Schiff von einer Monsterwelle erfasst wurde und nicht stabil genug im Wasser lag. Die Suche nach dem letztem Opfer wird indes fortgesetzt.
Wie berichtet, soll die Jacht innerhalb von nur 60 Sekunden untergegangen sein. Denkbar sind eine offen gelassene Luke oder ein falsch eingestelltes Schwert am Rumpf, mit dem der Tiefgang des Schiffes reguliert werden kann. So könnten etwa offene Luken, durch die in kurzer Zeit eine große Menge Wasser in die Jacht eingedrungen sind, den schnellen Untergang der Bayesian begünstigt haben.
Auch die Motoren, die bei den Unwettern ausgeschaltet waren, und das Versagen des Systems, das in kritischen Fällen die Luken und Zugänge zum Innenraum abdichten sollte, könnten zu dem Unglück geführt haben.
Blackbox wird untersucht
Die Staatsanwältinnen und Staatsanwälte, die in dem Fall ermitteln, wollen nun die Blackbox der Jacht untersuchen. Damit erhoffen sie sich Informationen über die Ursache des Schiffbruchs, der sich am Montag im Morgengrauen nach einem starken Wirbelsturm ereignete. Derzeit wird vor allem von einer Kette menschlicher Fehler ausgegangen.
Der sizilianische Staatsanwaltschaft Ambrogio Cartosi koordiniert die Untersuchung. Die Ermittlungen laufen wegen Schiffbruchs, Katastrophe, fahrlässiger Tötung und Körperverletzung.
„War alles vorhersehbar“
„Die Passagiere hätten sich nicht in den Kabinen aufhalten dürfen, das Schiff hätte nicht vor Anker liegen sollen. Und warum war die Besatzung nicht über die schlechten Wetterprognosen informiert? Das war alles vorhersehbar“, sagte auch Giovanni Costantino, Vorstandsvorsitzender der italienischen Reederei Sea Group. Der Vorfall wäre laut ihm kein Risiko gewesen, wenn die korrekten Manöver durchgeführt worden wären.
Die Passagiere hätten sich nicht in den Kabinen aufhalten dürfen, das Schiff hätte nicht vor Anker liegen sollen.
Giovanni Costantino, Vorstandsvorsitzender der Reederei Sea Group
Die 15 Überlebenden lassen sich von einer großen britischen Anwaltskanzlei vertreten, die sich unter anderem um eine Entschädigung kümmern soll. Eine der Überlebenden ist etwa Angela Bacares, 57-jährige Ehefrau des britischen Hightech-Milliardärs Mike Lynch, der selbst bei dem Unglück ums Leben kam.
Suche nach letztem Opfer fortgesetzt
Taucher drangen in den Schiffsrumpf ein, um nach Hannah Lynch zu suchen, der 18-jährigen Tochter Michael Lynchs. Bisher wurden sechs Leichen aus dem Rumpf des Segelschiffs geborgen.










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