Nach Luftangriffen
Mali: Top-Terrorist Belmokhtar soll doch nicht tot sein
Die Regierungen in Mali, Frankreich und Algerien wollten die Nachricht über den angeblich gefallenen Top-Terroristen algerischer Herkunft nach wie vor nicht bestätigen. Der Generalstabschef der französischen Armee erklärte am Montag lediglich, dass die Wahrscheinlichkeit hoch sei, dass Abou Zeid tatsächlich liquidiert wurde.
Laut AQMI wurde der 40-Jährige tatsächlich bei französischen Luftangriffen im Ifoghas-Gebirge im Nordosten Malis getötet. Abou Zeid, dessen richtiger Name Mohamed Ghdiri lautet, war erstmals 2003 im Zusammenhang mit der Entführung von 32 europäischen Touristen in der algerischen Sahara aufgetaucht.
Verwirrung um den "Einäugigen" immer größer
Die Verwirrung um den ebenfalls aus Algerien stammenden Belmokhtar, der bis vor Kurzem auch der AQMI angehörte, aber im Oktober seine eigene Splittergruppe Al-Mulathamin ("Die mit Blut unterzeichnen") gründete, ist noch größer. Nachdem der Generalstab der tschadischen Armee vermeldet hatte, der "Einäugige", wie Belmokhtar ebenfalls genannt wird, sei bei Kämpfen zwischen den Truppen und islamistischen Rebellen im Norden Malis getötet worden, häuften sich in zahlreichen Dschihadisten-Foren im Internet Beiträge, die der tschadischen Version widersprachen. Am Montag behauptete auch die Al-Kaida-Regionalorganisation in Mali, dass Belmokhtar am Leben sei und von der Stadt Gao aus weiterhin den Kampf gegen den Feind leite.
Gezielte Falschmeldungen oder Zurückhaltung aus Angst?
Die unterschiedlichen Meldungen haben einerseits mit taktischen Überlegungen zu tun: So könnte der Tschad versuchen, mit Falschmeldungen die Moral der Truppen zu stärken bzw. Islamisten aus ihrer Reserve locken, spekulieren einigen Beobachter.
Andererseits vermuten Experten hinter der Zurückhaltung der Regierung in Paris die Sorge um das Leben französischer Geiseln in der Region. Sieben Menschen werden allein im Hauptgefechtsgebiet in Nordmali vermutet. Acht weitere - darunter vier Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren - halten Islamisten wahrscheinlich in Nigeria fest. Sollten Abou Zeid und Belmokhtar wirklich getötet worden sein, könnte dies deren Anhänger zu Racheakten veranlassen, meinte Sicherheitsexpertin Anne Giudicelli von der französischen Forschungseinrichtung TerrorIsc.
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